Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

ORDNUNG I

„Von Tag zu Tag – Ab in die Tüte“

von Werner van Bebber vom 14. August

Gerade bin ich vier Wochen durch das westliche Kanada gereist.In Kanada gilt ein generelles Verbot des Trinkens von Alkohol in der Öffentlichkeit, es sei denn, man hält sich in einer entsprechend lizensierten Gaststätte auf. Dieses Verbot wird ernst genommen, durchgesetzt und beachtet (man kann es als Berliner kaum fassen)! Ein Verstoß gegen dieses Verbot wird mit einer Geldstrafe von ca. 100 $ geahndet. Die kanadische Gesellschaft setzt mit dieser Politik ein deutliches Zeichen.

Ich kann nur sagen, als wie angenehm ich es empfunden habe, in der Öffentlichkeit nicht ständig trinkenden und bereits betrunkenen Menschen begegnen zu müssen. Einer meiner ersten Eindrücke, als ich zurück in Berlin war: betrunkene, pöbelnde ältere Jugendliche am Schlachtensee. Das ist mir die kanadische Lösung sympathischer. Und von einer antiseptischen Stadt ist das quicklebendige Vancouver weit entfernt.

Gerald Saathoff,

Berlin-Gesundbrunnen

SOZIOLOGEN

„Wie uns die Zeiten ändern“

vom 11. August

Der ebenso geistreiche wie witzige Beitrag von Reinhard Dinkelmeyer über den Limbus war im höchsten Maße unterhaltsam. Nur eine Kleinigkeit wäre zu korrigieren: Unter dem vielen, was der „größte deutsche Philosoph der Gegenwart“, also Habermas, schon gesagt hat, mag auch die Rede vom „religiös unmusikalischen“ Menschen gewesen sein. Nun ist Habermas aber zugleich ein Meister im Erwecken des Eindrucks, dass das, was er sagt, auch von ihm selber stammt. Die erwähnte Rede findet sich jedoch in einem berühmten Aufsatz eines gewissen Max Weber.

Prof. Dr. Georg Geismann,

Berlin-Schöneberg

ORDNUNG II

„Keine Müllhalden mehr am Regierungsviertel“ von Klaus Kurpjuweit vom 16. August

Vielen Dank, dass der Tagesspiegel auf die Müllberge am Spreeweg im Regierungsviertel aufmerksam gemacht hat, und vielen Dank der Senatsverwaltung, dass sie sich des Problems so schnell angenommen hat. Erst vor kurzem beschlossen, aktiv zu werden, und schon am vergangenen Wochenende war nichts mehr zu sehen. Endlich muss ich mich nicht mehr für meine Stadt schämen, denn an diesem Touristenpunkt war der Dreck schon peinlich.

Petra Schmidt, Berlin-Gesundbrunnen

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