Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

BLICKWINKEL I

„In der Mitte der Herde“ von Moritz Döbler vom 17. Januar

Obwohl Ihr Leitartikel nur die Finanzkrise thematisieren soll, könnte man ihn auch als Zustandsbeschreibung für unsere Republik betrachten. Insofern hebt er sich wohltuend vom allgemeinen Aufschwung-Lamento ab. Es wird auch eine schlüssige Begründung dafür geliefert, warum unsere Politiker einen großen Drang zur Mitte verspüren, befinden Sie sich doch dort auf einer Insel der Glückseligkeit, was sie von der Wahrnehmung des „Randgeschehens“ befreit.

Helmut Schindler,

Berlin-Gesundbrunnen

BLICKWINKEL II

„Kein gemeinsames Sorgerecht bei ständigem Streit Geschiedener“ vom 4. Januar

Juchhu – jetzt kann ich’s also meinem Mann endlich richtig zeigen und brauche kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen. Beim Jugendamt richtig vom Leder ziehen dann wird er schon sehen wer das alleinige Sorgerecht bekommt! Wir haben uns ja nicht scheiden lassen weil wir so friedlich miteinander umgehen sondern weil’s irgendwie doch Differenzen gab…

Mal ehrlich: Ich habe mich richtig geärgert über o.g. Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt. Die ganze Sorgerechtsdebatte ist damit aus den Angeln gehebelt. Dann kann man doch gleich sagen dass ein Elternteil das alleinige Sorgerecht bekommt außer wenn sich die Eltern einig sind dass sie das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Man lässt sich nicht scheiden, weil man sich so gut versteht. Und ist es etwa im Interesse der Kinder dass der Streithansel das Sorgerecht bekommt? Ist das nicht ein wenig undifferenziert? Was kommt da für eine Streitlawine auf uns zu? Und die Kinder können gleich lernen worum es geht in unserer Gesellschaft: Wer streitet, gewinnt!

Marina Nagel, Berlin-Charlottenburg

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