Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

KONKURRENZ I

„Hungrige Welt / Das Ende der Kolonialzeit“ von Gerd Appenzeller vom 17. April

Es ist immer die gleiche Leier: „Wenn A reich ist und B arm, dann kann dies nur daran liegen, dass A den B ausbeutet, auf Kosten des B lebt“. Könnte die Ursache vielleicht aber darin liegen, dass A kreativer, produktiver, fleißiger, kurz besser als B ist? Natürlich gibt es auch Ausbeutung. Dann ist aber staatliche Politik im Spiel.Politik ist immer ein Nullsummenspiel, Ökonomie nicht.Die ökonomisch doch so mächtige Großbank X kann mich zu nichts zwingen, jedoch der kleinste staatliche Finanzbeamte. Was ist aber, wenn B auch reich werden will? „Um Gottes willen, dafür reichen keine drei Planeten Erde aus“. Das ist, auch wenn permanent wiederholt, schlichter Unfug. Wer so argumentiert, verwechselt Quantität mit Qualität. Qualitatives Wachstum ist unbegrenzt möglich.

Prof. Karl-Heinz Dignas, Emden

KONKURRENZ II

„Die Masse macht’s“ vom 14. April

Es war sträflich naiv zu glauben, dass man Biokraftstoff herstellen kann, ohne damit der Nahrungsmittelproduktion Anbaufläche zu entziehen.

Es gibt nur eine Möglichkeit der CO2-Reduzierung, nämlich durch Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe. Solange überall auf der Welt nach Gas, Öl und Kohle gesucht wird, werden die entdeckten Lager auch ausgebeutet. Wie verlogen ist eine Politik, die ein Nahrungsmittel in Autotanks zwingt, aber nicht bereit ist, die Geschwindigkeit auf der Autobahn zu beschränken? Wenn täglich neue superschwere Pkws auf die Straße kommen, deren Allradantrieb für die Sümpfe deutscher Großstädte unverzichtbar zu sein scheint, ist die drohende Klimakatastrophe nichts weiter als Infotainment à la Katastrophenkino.

Prof. Dr. Hans-Dieter Gelfert,

Berlin-Nikolassee

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben