Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

NACHGEFRAGT

Zum Interview mit Kurt Westergaard und Flemming Rose zu den Konsequenzen der Mohammed-Karikatur vom 23. April

Ich trete nicht nur für die Meinungsfreiheit ein, sondern bin darüber hinaus auch für die Freiheit der Blasphemie. Reaktionärer „Religionismus“, egal welcher Herkunft und Prägung, hat keinen Platz in unserer Gesellschaft. Weil Westergaard gearbeitet hat, trachten ihm Verbrecher im Namen des Islam nach dem Leben; wo bleiben die Aufschreie von uns „aufgeklärten“ Europäern? Respekt zolle ich dem Tagesspiegel für die Karikatur und das Interview. Weiter so, Westergaard und Tagesspiegel!

Klaus Katzur, Berlin-Zehlendorf

Wie dumm, aus Fehlern nichts zu lernen. Inzwischen leben wir im 21. Jahrhundert, und sich heute noch so zu gebärden, als wäre da irgendetwas „heroisches“ in der Verletzung religiöser Gefühle anderer ist schlicht erbärmlich. Bei den Karikaturen Kurt Westergaards, nicht anders als beim „Fitna“-Film des Geert Wilders, handelt es sich um nichts als billige intellektuelle Selbstbefriedigung.

Waruno Mahdi, Berlin-Neukölln

ENTSCHEIDUNGEN

„Der freie Wille wankt“ vom 14. April

Hirnforscher bestreiten immer wieder den freien Willen und liefern „Beweise“, z. B.: Bis zu sieben Sekunden vor der bewussten Entscheidung entscheide das Hirn, ob die Testperson einen Knopf mit der rechten oder linken Hand betätige. Was aber ist denn überhaupt eine Entscheidung? Der Mensch entscheidet sich für einen bestimmten Beruf, für oder gegen einen Wohnungswechsel, für die Wahl einer bestimmten Partei. Er entscheidet, ob und wie er Freunden in einer Notsituation helfen soll, ob er seine Zigaretten legal oder illegal erwirbt ... Hier gibt es Argumente pro und contra, die der Mensch abwägen kann. Aber ob er einen Knopf mit der rechten oder linken Hand betätigt, ist bloße Willkür. Es gibt keine Argumente für das eine oder das andere; es gibt nichts abzuwägen. Eine bewusste Entscheidung ist hier gar nicht sinnvoll und möglich; und damit beweisen solche Experimente - nichts.

Dr. Sibylle Bauer, Berlin-Dahlem

EINSCHNITT

„Ganz schön gefährlich“ von Liva Haensel vom 24. April

Schönheits-OPs für Kinder verbieten? Mami und Papi sollten besser liebevoll aufklärend wirken, als eine Brust-OP zu finanzieren.

Eva-Maria Beier, Berlin-Tegel

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