Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

AUFARBEITUNG

„Aufklärung statt Verklärung“

von Harald Martenstein vom 1. Juni

Herr Martenstein wundert sich über die Solidarisierung vieler ehemaliger DDR- Bürger mit Stasi-Spitzeln. Indem man es 1990 schaffte, den Fokus der Empörung auf das Ministerium für Staatssicherheit zu richten, bewirkte man das Ablenken der breiten Masse der Öffentlichkeit von den Ursachen für das Scheitern der zweiten Diktatur auf deutschen Boden. Es wäre endlich an der Zeit, sich intensiv mit Wirkungsweise und Strukturen der Diktatur zu beschäftigen. Die SED hat nachhaltig Biografien zerstört. Die Selbstgerechtigkeit ihrer Nachfolger in der Partei, die sich neuerdings auch noch „Linke“ nennt, ist immer wieder ein schmerzhafter Schlag in das Gesicht all jener, die unter ihr gelitten haben. Das war übrigens die übergroße Mehrheit der DDR-Bürger, viele haben es vergessen.

Uwe Voß, Panketal

BERLIN I

„Weltoffen und ignorant“

von Bernd Matthies vom 25. Mai

Das war ein lange herbeigesehnter Beitrag! „That’s Berlin“, nicht „Be Berlin“!

Ihr Hinweis auf die „Broken Windows“-Erfahrung von New York passt genau, bedarf aber einer Ergänzung: der damalige Bürgermeister von New York hat auf Basis dieser Erkenntis konsequent die damals grassierende Wurschtigkeit und Kleinkriminalität bekämpft, vom aggressiven Scheibenputzen an der Ampel (die gerade wieder in Berlin zunimmt) bis hin zum Radfahren auf dem Bürgersteig – mit dem Erfolg, dass heute New York zu den saubersten und sichersten Großstädten der USA gehört.

Hansjürgen Spiller, Berlin-Friedenau

BERLIN II

„Weltoffen und ignorant“ vom 25. Mai

Der Artikel beschreibt den Ist-Zustand sehr treffend. Wenn ich nur daran denke, wie es im von Touristen stark frequentierten U-Bahnhof Zoologischer Garten, Richtung Pankow oder Ruhleben, aussieht, packt mich das Grausen. Die Unterführung stinkt nach Urin, die Scheiben der Plakattafeln sind verdreckt, alles sieht eklig aus. Und gerade an dieser Station steigen viele Touristen in die U-Bahn. Ein Armutszeugnis, das sich Berlin auch hier ausstellt.

Christel Hartwig, Berlin-Schöneberg

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