Leserbriefe :  KURZ & BÜNDIG 

GERECHTIGKEIT I

Zum mutmaßlichen „Deal“ des wegen Steuerbetrugs angeklagten Ex-Post-Chefs

Zumwinkel mit der Staatsanwaltschaft

„Die Kleinen fängt man und die Großen lässt man laufen“. Dass das wahr ist, zeigt der Fall Zumwinkel wieder überdeutlich. Ihre Unterzeile ist ausgesprochen treffend: „Der Angeklagte profitiert, die Justiz wird entlastet. Und die Gerechtigkeit?“ Diese Frage zu beantworten, ist leicht. Die Gerechtigkeit interessiert in diesem Land schon lange keinen mehr, der Verantwortung trägt!

Erika Beierlein, Berlin-Spandau

GERECHTIGKEIT II

„Grob angefasst“ vom 7. Januar

Das Urteil fügt sich in die Reihe derer, bei denen man nur noch den Kopf schütteln kann. Man fragt sich, ob die Richter in dieser Stadt überhaupt wissen, was sie mit solchen Urteilen in der schulischen Erziehung im Speziellen und in unserer Gesellschaft im Allgemeinen anrichten? Die Botschaft dieses Prozessausganges ist doch eindeutig: Wer sich in unserer Gesellschaft rücksichtslos verhält, steht am Ende als lächelnder Sieger da. Und wer versucht, dem entgegenzutreten, wird bestraft. Dem Lehrer ist anzuraten, beim Anblick von Gewalt auf dem Schulhof beim nächsten Mal wegzuschauen.

So wird Zivilcourage bzw. Dienstcourage zerstört. Dass sich der Lehrer in offensichtlicher Kenntnis unseres Rechtssystems bei der Mutter entschuldigte und nicht die Mutter dafür sorgte, dass sich ihr Sohn beim Lehrer entschuldigt, zeigt im Übrigen, wie gestört das Empfinden von Recht und Unrecht in unserer Gesellschaft bereits ist, anscheinend bis in die Justiz hinein.

Norbert Netsrek,

Berlin-Charlottenburg

ZIELGRUPPE

Zur Rubrik „Leute“ auf der Weltspiegelseite

Seit längerer Zeit beobachte ich ebenso frustriert wie verärgert, wie sehr das Niveau der Berichterstattung des Tagesspiegels im Allgemeinen und auch das Niveau der Rechtschreibung im Besonderen immer weiter in den Keller geht. Jetzt ist in meinen Augen der journalistische Tiefpunkt endgültig erreicht: Durch die „Meldung“, dass sich der Schlagzeuger der Band Tokio Hotel einer Blinddarmoperation hat unterziehen müssen! Glaubt die Redaktion ernsthaft, sich mit dieser Art der „Nachrichten“-Auswahl bei Teenagern anbiedern zu müssen, die Derartiges sicher längst über Internet und MTV erfahren haben? Wen, außerhalb der Tokio-Hotel-Fanszene, interessiert solch ein Schwachsinn?

Christian Blees,

Berlin-Mitte

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