Leserbriefe :  KURZ & BÜNDIG 

POPSTAR

Zur Berichterstattung

über Michael Jacksons Tod und Beerdigung

Kaum eine wirklich bedeutende Persönlichkeit aus Vergangenheit und Gegenwart ist jemals derart hochfahrend gefeiert, bewertet, vermarktet worden. Dabei erscheint das indifferente Mischwesen Michael Jackson – schwere Kindheit, permanenter Erfolgsdruck, Egomanie, Drogen, Medikamente – letztlich nicht als Held sondern als Opfer der keineswegs fraglosen kulturellen „Globalisierung“.

Dr. Matthias Frede, Halle (Saale)

AUSZEICHNUNG

„Merkel ehrte Soldaten für Tapferkeit“

vom 7. Juli

Ein neues Ehrenkreuz wurde kreiert, bei dem sich mir der Gedanke an das Eiserne Kreuz aufdrängt. Wieder ein Stück Militarismus mehr. Die Bundeswehr breitet sich in der Zivilgesellschaft immer weiter aus, wirbt offensiv für sich bei Jobmessen, Arbeitsämtern und Kirchentagen, Gelöbnisse werden in aller Öffentlichkeit bis hin zum Platz vor dem Reichstag abgehalten, ein Mahnmal für gefallene Bundeswehrsoldaten soll geschaffen werden. Jetzt fehlen nur noch Militärparaden und die führen am besten durch das Brandenburger Tor. Deutschland ist auf einem Weg, der mir echte Sorgen bereitet.

Joachim Fischer, Bremen

SPORT I

„Hertha, das ist hart / Michael Rosentritt kritisiert Wichniareks Rückkehr nach Berlin“ vom 4. Juli

Das Problem ist doch nicht der Spieler Wichniarek selbst, sondern das System. Dies war schon damals der Fall, als er und Bobic für Tore sorgen sollten. Da beide keine „spielenden“ Stürmer , wie Pantelic oder Woronin, waren bzw. sind, muss das System stimmen, das heißt, die Außenbahnen müssen beackert werden und Flanken kommen. Geschieht dies nicht, wird "König Artur" auch diesmal wieder in der Mitte "verhungern". Ob Hertha vom Potenzial bzw. von den Vorstellungen des Trainers her dazu in der Lage ist, möchte ich eher bezweifeln. Geht es schief, ist am Ende der Stürmer wieder schuld, der nicht getroffen hat. Es stellt sich für mich die Frage, warum Wichniarek sich das nochmal antun will?

Jürgen Esbold, Berlin-Neukölln

SPORT II

Zur Dopingsperre von Claudia Pechstein

Die Argumente von Frau Pechstein sind in etwa so plausibel wie die eines wegen Trunkenheit im Straßenverkehr Erwischten, der die genaue Benennung der von ihm konsumierten Biersorte verlangt.

Matthias Koch, Berlin-Wilmersdorf

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