Leserbriefe :  KURZ & BÜNDIG 

SCHULREFORMEN

„Schule der Arroganz“ vom 21. Januar

Die Analyse der Schulreformen in Deutschland von Uwe Schlicht ist nicht nur treffend und differenziert, sondern auch allen Schulpolitikern zur Lektüre dringend empfohlen. Zeigt sie doch, dass Strukturreformen ohne didaktische und methodische Veränderungen des Unterrichts nicht zu mehr Chancengleichheit oder Bildungsgerechtigkeit führen. Leider haben sich die Bildungspolitiker bis heute in der Strukturdebatte (siehe die Diskussion um die „Sekundarschule“) festgefahren. Wann öffnen sich die deutschen Schulen für Unterrichtsformen, die auch politisch und finanziell von den Schulverwaltungen unterstützt werden?

Dr. Peter Gaude, Berlin-Buckow

BERLINER FACETTEN

„Die Puszta-Probe“ vom 22. Januar

In dem Artikel sollen „die Berliner Ungarn“ charakterisiert werden. Für diese Charakterisierung wird die Meinung einiger Ungarn verallgemeinert, die die Autorin in einem Berliner Szenecafé traf: Diese Ungarn verstehen sich als „komplett assimilierte“ Weltbürger. Für eine halbwegs zutreffende Verallgemeinerung wäre eine Anfrage bei einem der ungarischen Vereine nötig gewesen. Da hätte sich ein anderes Bild „der Berliner Ungarn“ abgezeichnet: Ein aktives Ungarn-orientiertes Kulturleben mit Vorträgen, Konzerten, Tanzabenden, mit ungarischer Wochenendschule für Kinder, mit Gottesdiensten u. a. Und es hätte sich gezeigt, dass die meisten Ungarn gut integrierte – aber keinesfalls „komplett assimilierte“ – Berliner sind, die die ungarische Kultur und Tradition in das hiesige multiethnisch-multikulturelle öffentliche Leben einzubringen versuchen.

Dr. László Hetey, Berlin-Schöneberg

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