Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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CHECKPOINT CHARLIE

Betrifft: „Aus dem KontrollHäuschen“ vom 8. Juni 2004

Die Befürworter der Fremdenführung in Uniform zeigen eine bemerkenswerte Ignoranz gegenüber der jüngsten Geschichte und verkennen die strafrechtliche Dimension der Tat, nämlich das unbefugte Tragen von in- und ausländischen Uniformen (§ 132a StGB). Wann erleben wir die Steigerung der Geschmacklosigkeit von Fremdenführern in SS-Uniformen vor der „Topographie des Terrors“?

Friedrich Windeck, Schöneiche

Wieder mal ein Stück Posemuckeltheater in Berlin. Mit welchem Recht wird hier nun diese Holzhütte nicht nur verhüllt, sondern auch verschandelt? Die Frage muss gestellt werden, um darauf eine plausible Antwort bekommen zu können. Hat in diesem Falle Frau Hildebrandt von der Arbeitsgemeinschaft Mauermuseum Recht, wenn sie eigenmächtig handelt und diesen historischen Ort nun auf ihre Art und Weise verschandelt? Bloß, weil nun zwei Studenten in DDR-Uniform davor ebenfalls ihren Mummenschanz abziehen?

Michael Aschoff, Berlin-Schöneberg

D-DAY

Betrifft: „Freunde fürs Leben“ vom 6. Juni 2004

Erinnerungen an den 6. Juni 1944, den grausamen, schrecklichen Krieg in Frankreich, sollten wir Überlebenden und Nachkriegsgeborenen nicht vergessen! Die Jugend, alle damaligen Jahrgänge starben (wenn nicht Fanatiker) im guten Glauben. Deshalb: Völkerfreundschaft statt Krieg! Wer Soldat sein musste, auch eine sehr lange Kriegsgefangenschaft überlebt hat, erkennt in der Europawahl am 13. Juni die größte Friedens-Entwicklung! Dazu gibt es keine Alternative.

Horst Ehlert, Berlin-Wilmersdorf

HERTHA BSC

Betrifft: „Ein Korb dem Meister“ vom 10. Juni 2004

Yildiray Bashtürk, der jetzt zu Hertha BSC wechselt, spielt in der Fußball-Nationalmannschaft der Türkei. Aber hat er deshalb 35 Spiele „für sein Heimatland“ bestritten, wie Sie schreiben? Nein: Er ist in Herne geboren und aufgewachsen und spielte bisher immer für Mannschaften im Ruhrgebiet und Umgebung. Also kann die Türkei nicht sein Heimatland sein (höchstens das Heimatland seiner Eltern) und nicht einmal sein „Herkunftsland“. Diese Formulierungen zeigen auch die Versäumnisse des DFB in den vergangenen Jahren: Junge, talentierte Fußballer wurden viel zu lange missachtet, weil ihre Eltern und Großeltern nicht in Deutschland geboren sind. Jemand wie Bashtürk hätte genauso gut deutscher Nationalspieler werden können.

Jürgen Thomas, Berlin-Pankow

TAGESSPIEGEL

Betrifft: die Ausgabe vom 11. Juni 2004

Als Neuabonnent Ihrer Zeitung bewundere und genieße ich unter anderem besonders Ihre oft schier genial witzigen Überschriften und Kombinationen. Am Freitag amüsierte ich mich, wenn auch mit etwas gemischten Gefühlen über das Layout Ihrer Seite 15. Darauf stand die Würdigung und die Rede unseres liebenswerten neuen Ehrenbürgers Heinz Berggruen mit Ihren Stellungnahmen nicht zuletzt zur Sammlung Flick und die viertelseitige Anzeige der Vattenfall/Bewag mit der Botschaft „Die Luft ist rein. Das Gewissen auch“. Da kann ich mit Ihrer Glosse „Raucherecke“ nur sagen: „Ungeheuer cool“ und hoffen, dass auch die Berggruens schmunzeln!

Hans Nilges, Berlin-Zehlendorf

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