Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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MOMA

„MoMA: Ansturm ungebrochen“ vom 27. Juli 2004

Die Ausstellung mutet ihren Besuchern unerhörte WarteBedingungen zu. Jeder auch nur halbwegs Professionelle entschärft einen derartigen Andrang z.B. durch die Ausgabe von Nummern. Nicht so die MoMA-Aussteller. Sie lassen erbarmungslos warten. Auf Kritik und Alternativen haben sie sich damit herausgeredet, was beim Arbeitsamt oder Schlachter geht, sei hier nicht machbar. Ein Effekt ist, dass die Wartenden daran gehindert werden, zwischendurch was anderes zu unternehmen – und rund um die Nationalgalerie sind dafür ja ausreichend viele attraktive Angebote. Darunter z.B. auch die weltberühmte Gemäldegalerie. Die aber leidet nicht nur unter Ansprache, nein: Sie darf nicht einmal an der MoMA-Schlange für sich werben.

Prof. Klaus Brake, Berlin-Wilmersdorf

SÜDAFRIKA

„Am Kap der kleinen Hoffnung“ vom 8. August 2004

Herrn Drechsler darf zu einem ehrlichen Artikel über den in Afrika südlich der Sahara nicht unbekannten Stand der Dinge in Südafrika gratuliert werden. Er folgt den mutigen Schritten von Afrikakorrespondenten wie Paul Theroux, Robert Guest (The Economist) und Stephan Smith (Le Monde), die in jüngster Zeit realistisch und sogar kritisch über den Kontinent berichten, der heute ärmer ist als vor 40 Jahren. In der Tat wird die Apartheid in Südafrika heute „mit umgekehrtem Vorzeichen praktiziert“, um so überraschender ist, dass weiße Südafrikaner immer noch 80 Prozent der persönlichen Steuerlast tragen, mit der die afro-nationalistische Regierung Südafrikas ihr „Black Economic Empowerment“-Programm finanziert.

Johan H. Botes, Hamburg

ULLMANN

„Gern in der Opposition“ vom 1. August 2004

Traurig, dass sich der Verfasser des Nachrufes auf Wolfgang Ullmann auf den Buschfunk verlassen muss. Hätte er verlässliche Quellen verwendet, wäre ihm klar geworden, dass die Bezeichnung „alter verbitterter Mann“ das ist, was am allerwenigsten auf den Verstorbenen zutraf. Ihm wäre auch nicht entgangen, dass Wolfgang Ullmann nicht nur ein Bürgerrechtler und Politiker gewesen ist, sondern ein Gelehrter und großer Lehrer der Kirche. Sein politisches Denken und Handeln ist ohne sein theologisches nicht zu verstehen. Wer das weiß, weiß auch, dass der erste Satz des Artikels großer Unsinn ist: Ullmann war ganz und gar kein Idealist, sondern ein Realist und Aufklärer.

Dr. Christiane Markert-Wizisla, Potsdam

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