Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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MUSLIME

„Zwischen Annäherung und Entfremdung“ vom 10. September 2004

Der deutsche Staat hat schlicht und einfach nur zwei Möglichkeiten: Entweder es wird genügend Geld zur Verfügung gestellt, um die soziale Lage der in Deutschland lebenden Muslime zu verbessern und nicht integrationswillige Ausländer auszusieben und abzuschieben (Aufbau eines „IntegrationsAmtes“ mit weitreichenden Befugnissen). Oder man fängt auch schon bei kleinsten „Auffälligkeiten“ an abzuschieben. Wird so weitergemacht wie bisher, so werden sich in Berlin in absehbarer Zeit die interkulturellen Spannungen an jeder Straßenecke gewaltsam entladen.

Detlef Ziemann, Izmir

MONKEES

„Boys, Boys, Boys, Sonntag“ vom 12. September 2004

Man tut Mike Nesmith unrecht, wenn man über die Monkees schreibt: „…eine Solokarriere gelingt keinem von ihnen.“ Denn Mike Nesmith mutierte nach dem Ende der Monkees zu Michael Nesmith und veröffentlichte ab Anfang der siebziger Jahre bis heute als Singer/Songwriter diverse Alben mit ernst zu nehmendem Country-Rock.

Stefan Piltz, Berlin-Charlottenburg

METROLINIEN

Der Tagestipp „Stillgelegt werden“ vom 8. September 2004

Zurzeit fahren auf dem Weg zur Schule meiner Tochter zwei Buslinien. Ab Dezember wird es nur noch eine sein. Der BVG scheint aber nicht aufgefallen zu sein, dass während der Schulzeit und im Berufsverkehr die Busse teilweise so voll sind, dass sie an unserer Haltestelle vorbeifahren, ohne zu halten. Da ich nicht nur mit einem Schulkind, sondern auch noch mit einem zweiten Kind inklusive Buggy unterwegs bin, kann ich teilweise zwei bis drei Busse nicht benutzen, da sie überfüllt sind.

Britta Sommer, Berlin-Friedenau

MUSTERSCHÜLER

„Kinder sind unbezahlbar“ vom 10. September 2004

Es kann doch nicht ernst gemeint sein, dass Herr Monath es für vernünftig hält, dem Bürgerpapa mehr Geld zuzuwenden als dem Arbeiterpapa, weil „Kinder mit Bildungshintergrund ihrer Schulklasse Impulse geben und damit die Chancen schlechter gestellter Mitschüler auf Entwicklung fördern“. Haben Sie schon einmal die verwöhnten Bürgersöhne und -töchter erlebt, die von ihren Fördermuttis durch die Institutionen (Musikschule, Ballett, Malunterricht etc.) geschleift werden und die Schule zum Ausruhen brauchen? Impulse kann nur der geben, der neugierig Fragen stellt. Neugier ist nicht an eine Schicht gebunden.

Ulrike Henschel, Kleinmachnow

Herr Monath plädiert im Einklang mit der Regierung und selbst den beiden Kirchenvertretern für einen erheblichen Ausbau von Krippenplätzen für Unter-Dreijährige. Man reibt sich erstaunt die Augen. Physiologische Messungen ergaben, dass Krippenkinder – anders als Kindergartenkinder – nach Eintritt über Wochen und Monate beschleunigte Herzfrequenz und Erhöhung des Hormons Cortisol zeigten, was auf hohen Stress hindeutet.

Burghard Behncke, Berlin-Steglitz

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