Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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TAGESSPIEGEL

Titelseite vom 12. November 2004

Bitte vergessen Sie nicht: Sie sind für eine große Leserschaft das führende Medienorgan der Hauptstadt der Bundesrepublik. Da darf man eine gewisse Zurückhaltung in der Aufmachung erwarten. An die Werbeanzeigen vom MediaMarkt sind wir ja leider inzwischen schon gewöhnt, aber die heutige „Umhüllung“ des gesamten Blattes durch Karl Lagerfeld für H & M geht doch zu weit. Dann erhöhen Sie lieber unsere Abo-Preise. Wir halten Ihnen die Treue.

Dr. Reinhard Zimmer, Berlin-Zehlendorf

Fast 28 Jahre habe ich mich über den Tagesspiegel gefreut. Aber heute muss ich mein Entsetzen mitteilen. Ich hatte erwartet, dass auf der Titelseite ein Bild von Arafat zu finden ist, nicht aber ein riesiges Bild von Lagerfeld.

Achim Koch, Berlin-Lichterfelde

Bei der inhaltlichen Neuausrichtung Ihrer Titelseite haben Sie leider vergessen, Ihren hehren vergilschen Wahlspruch „rerum cognoscere causas“ („den Ursachen der Dinge auf den Grund gehen“) durch die etwas bodenständigere Variante „pecunia non olet“ („Geld stinkt nicht“) zu ersetzen!

Ralf Wernicke, Berlin-Steglitz

Es hat mir den Atem verschlagen, mit welcher Konsequenz und ohne Rücksicht auf den guten Namen des eigenen Blattes Sie die Tatsache enthüllen, dass die „freie“ Presse eine Fiktion ist. Inhalte, Überzeugungen, gar Visionen für eine bessere Welt? Soll doch ein Heiner Geißler herumkritzeln, Sie zeigen uns Lesern einen Tag später auf dem Titelblatt, wessen Kleid Sie tragen. Na denn, die Narrenkappe aufgesetzt und immer herum ums goldene Kalb.

Antonia von Fürstenberg, Berlin-Zehlendorf

Donnerwetter, das nenn’ ich Berliner Tempo: Statt Schlagzeilen auf dem Titel ganzseitige Reklame für Einwegkleidung einer schwedischen Billigkette, drinnen dann zwei Seiten nahezu unverhohlene FDP-Werbung. Ihre Wandlung von einer Qualitätszeitung zum Werbe(weg)wurfblatt mit redaktioneller Beilage ist mir zu rasant. Ich komme nicht mit.

Marc Schirmer, Berlin-Schöneberg

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