Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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RESOZIALISIERUNG

„Großes Theater um den ExTerroristen Christian Klar“ vom 23. März 2005

Gäbe es eine Goldmedaille für die Resozialisierung von Strafgefangenen, dann hätte sie Klaus Peymann bereits jetzt verdient!

Wolfgang Schuchardt, Berlin-Steglitz

Wozu haben wir eigentlich Gesetze? Zur Augenwischerei für die breite Masse?? Da kriegt einer viermal (?) Lebenslänglich plus 15 (?) Jahre und dann gibt es Freigang. Wofür ist der Freigang da? Zur Resozialisierung von Strafgefangenen, aber bei viermal Lebenslänglich ist das doch wohl mindestens zweimal Lebenslänglich zu früh.

Peter Schönborn, Berlin-Charlottenburg

LAISSER–FAIRE

„Buschkowsky entschuldigt sich öffentlich“ vom 17. März 2005

Seit Jahren wurde Toleranz mit Beliebigkeit verwechselt und somit Ghettobildung, Parallelgesellschaften, Unterdrückung von Frauen, zunehmendes Faustrecht, Desinteresse an Sprache und Bildung usw. begünstigt. Herr Buschkowsky hat hier Gegenpositionen bezogen und mit seinen Analysen auf die uns alle betreffenden Fehlentwicklungen hingewiesen. Warum blieb ein parteiübergreifender Schulterschluss mit ihm bei seinen Vorschlägen für eine bessere Integrationspolitik aus? Nun muss ausgerechnet er nach einem vermeintlichen Schrittfehler Abbitte leisten. Es triumphieren all die Vertreter des Laisser-faire-Liberalismus. Es wird weiter versucht, unbequeme Mahner wie Neuköllns Bezirksbürgermeister beim kleinsten Fehler mundtot zu machen. Die Früchte der Verdrängung, die wir somit ernten, werden mit einem freien und sicheren Leben wenig zu tun haben.

Thomas Völzke, Zeuthen

TREFFER

„Jeder Schlag sitzt“ vom 23. März 2005

„Jeder Schlag sitzt" – so die Überschrift des Artikels von Kerstin Decker zur Besprechung des Films „Million Dollar Baby“. Jedes Wort sitzt – so mein Kommentar zur Besprechung selbst. Dank an die Autorin – besser ist Clint Eastwood lange nicht mehr gewürdigt worden!

Andreas Schulz, Berlin-Friedenau

GEWINNE

„Gewinne rauf - Jobs raus“ vom 24. März 2005

Bei der Diskussion um die Gewinne der Dax-Unternehmen werden offenbar, bewusst oder aus ökonomischer Unkenntnis, Ursache und Wirkung verwechselt. Die Unternehmen machen gerade deshalb so viel Gewinn, weil sie Personal abbauen. Die Lohn- und Lohnnebenkosten sind nun einmal für viele Unternehmen der größte Kostenfaktor. Deutlich wird dieser Zusammenhang auch bei der Bankgesellschaft Berlin, die, bis vor zwei Jahren noch hoch defizitär, nach dem Abbau von 900 Mitarbeitern im letzten Jahr nun schon wieder Gewinne erwirtschaftet.

Gerrit Kähling, Berlin-Gatow

RAUCHPARTIKEL

„Feinstaub-Klagen: Lungenarzt unterstützt Bürger“ vom 23. März 2005

Bei der jetzigen Diskussion um Feinstäube – die in der Außenluft auftreten – sollte nicht unterschlagen werden, dass täglich rund 600 000 Angestellte aus dem Gastronomie-Gewerbe eben in diesen Schadstoffen arbeiten müssen. So sind etwa die Emissionen, die durch drei Zigaretten entstehen, gefährlicher als die Partikelkonzentration mit der etwa ein Diesel-Lkw geschlossene Räume belasten würde. Dass Schadstoffemissionen in der Umwelt bekämpft werden, leicht vermeidbare Rauchgasemissionen durch Zigaretten in Innenräumen jedoch weiterhin erlaubt sind, ist unverständlich.

Sebastian Winkelmann, Potsdam

ENTE

„Amt und Bürde“ vom 23. März 2005

Mit Verlaub: Die Sache mit dem Bundesverdienstkreuz für den wackeren Oberstaatsanwalt Egbert Bülles ist entweder eine Ente oder Blödsinn. Der Orden wird weder für Mut noch für Tollheit im Amt, sondern für besonderes ehrenamtliches Engagement verliehen; Näheres regelt das Gesetz.

Juliane Freifrau von Friesen, Senatorin a.D., Berlin-Mitte

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