Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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WASSERPREIS

„Wasserpreis soll weiter steigen“

vom 26. Mai 2005

Kein Wunder! Der Senat verkauft Anteile der Berliner Wasserwerke und garantiert dem Käufer Gewinne! Das erinnert stark an die Geschäfte der Bankgesellschaft. Wer bezahlt diese Gewinngarantien eigentlich? Der Kunde, wie man an den Gebührenerhöhungen erkennen kann. Es gab bei der Entscheidung über den Verkauf der Anteile massive Proteste innerhalb der SPD: Der Donnerstagskreis hat über die Machenschaften detailliert informiert. Nun soll sich niemand wundern über Gebührenerhöhungen, aber über diese Senatspolitik! Kosten werden auf den Bürger abgewälzt – genau wie die Gewinne der Fondsinhaber der Bankgesellschaft (eine feine!) bzw. die Verluste des Senats dem Steuerzahler aufgebürdet werden!

Alexander Bungard, Berlin-Schöneberg

MAHNMAL

„Das Turnfest ist vorbei“

vom 26. Mai 2005

Die NS-Zeit habe ich im vollen Umfange miterlebt. Das Holocaust-Mahnmal mit den vielen niedrigen Stelen in Reih und Glied fordert die Jugend geradezu dazu auf, auf ihnen herumzutollen. Man verzeihe den Kindern, denn sie wissen nicht, was sie tun! Das Denkmal muss umgebaut werden, und zwar bald. Die zu niedrigen Stelen müssen entfernt werden. Man könnte sie auch auf der Höhe der inneren nicht zu erkletternden Stelen bringen.

Unentrinnbarkeit, Ausweglosigkeit, Verzweiflung und Ausgeliefertsein an die Grausamkeit des Nationalsozialismus, von dem ständig Drohung ausging, würden dann nachvollziehbarer werden. Vielleicht!

Dietrich Lejeune-Jung,

Berlin-Lichterfelde

KONGRESSHALLE

„Europas kühnster Bau hielt der Zeit nicht stand“ vom 23. Mai 2005

Die ursprüngliche Idee des Architekten Hugh A. Stubbins, das Dach der Kongresshalle frei schwebend über das Auditorium hinwegzuführen, konnte 1957 noch nicht realisiert werden. Die damals ausgeführte Konstruktion mit den in der Fachwelt bekannten Mängeln führte zum Teileinsturz. Erst beim Wiederaufbau (1986/87) wurde nach dem genialen Entwurf des Bauingenieurs Helmut Bomhardt (Dyckerhoff & Widmann AG) das ursprüngliche architektonische Konzept in außergewöhnlicher Bauweise umgesetzt. Ich möchte darauf hinweisen, dass Konstruktionen immer von Bauingenieuren ersonnen werden und nicht – wie fälschlicherweise immer wieder zu lesen – von Architekten.

Karl Gräter, Beratender Ingenieur für das Bauwesen, Berlin-Dahlem

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