Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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REFORMBEWEGUNGEN

„Zwei linke Hände“ vom 6. Juni 2005

In dem sehr interessanten Artikel von Harald Martenstein gibt es ein paar Ungenauigkeiten: Zunächst einmal sollte man die 68erBewegung hauptsächlich den späteren Grünen und nicht der SPD zuschreiben. Die 68er-Bewegung hat die Situation in einer verunsicherten Gesellschaft ausgenutzt und hat nicht nur „Traditionen und Bindungen zerstört“, sondern sie darüber hinaus auch nicht mehr ersetzt; das, was an Stelle der zerstörten Traditionen und Bindungen trat, war der moderne Rechtsstaat, den die ehemaligen antiautoritären Alternativen heute als Erste verteidigen würden (noch ein bezeichnendes Paradoxon). Diese Gesetzestreue ist aber kein notwendiger Ausdruck von einem „liberalen Geist“, und insofern unterscheidet sie sich auch klar von einer Amerikanisierung.

Panos Alevizakis, Berlin-Reinickendorf

TAGESSPIEGEL

Nachdem ich jetzt als Neuabonnent Ihre Zeitung gründlich kennen lernen durfte, bin ich jeden Tag aufs Neue begeistert von ihrer Qualität als auch von diesem unübertroffenen Design der Zeitung. Ich bin ebenfalls ein begeisterter Leser der „Times“ und habe mich immer gefragt, warum man in Deutschland Design und Qualität nicht zusammenbringen kann. Ihre Zeitung hat mir gezeigt, dass dies auch hier möglich ist. Es lohnt sich, in Qualität und guten Journalismus, ganz besonders in diesen schweren Zeiten für die Verlage, zu investieren. Ich hoffe, Sie legen noch mehr auf Überregionalität Ihr Augenmerk, da eine solche Zeitung ein gutes Aushängeschild für die deutsche Presselandschaft ist. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag, und ein ganz besonderes Lob für Ihre Seite „Wie uns die Zeiten ändern“.

Christian Neukirch, Richtenberg

TRABANT

„Und er rostet doch“ vom 4. Juni 2005

Falko Hennig schreibt in seiner Ehrung über den Trabi: „Man darf den Trabant nicht mit heutigen Autos vergleichen, sondern sollte ihn an Zeit- und Klassengenossen messen. Im Herbst 1958 zur Messepremiere hatte der ,Trabant’ nicht mal im Westen Konkurrenz.“

Hier kolportiert er eine im Osten Deutschlands gern gehörte und gepflegte Mär. Seit 1950 bis 1963 wurde bei Borgward in Bremen der Lloyd gebaut, der in seinen diversen Ausführungen vom 300er bis zum 600er ab 1955 das exakte Vorbild des Trabis war, sowohl äußerlich als auch innerlich einschließlich Zweitakter, Krückstockschaltung und anfänglich auch „Papp-Aufbau“. Originär war der Trabi daher mit Sicherheit nicht.

Friedrich Windeck, Schöneiche bei

Berlin

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