Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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SPORTKOMMENTARE

„Der Tag, an dem Netzers Hefezunge spricht“ und „Mexiko gilt nicht“

vom 29. Juni 2005

Der Netzer-Artikel ist ein wunderbarer Volltreffer. Die Metapher der Hefegärung für diese artifizielle Form des Nicht-auf-den-Punkt-Kommens. Oft hat man bei Netzer den Eindruck, die Zusammenhänge sind so komplex und der Anspruch ist so hoch, dass er dem Zuschauer eine ausführliche Analyse nicht zumuten will oder das Wichtigste erst nach der Sendung ausgesprochen werden kann. Eigentlich wäre für ihn ein neues Format nötig, etwa das der Detailanalyse auf einem anderen Kanal. Deutschland ist derzeit ein fußballerisches Schwellenland genauso wie Mexiko. Beide müssen beweisen, ob sie die Großen herausfordern können.

Dr. Harro Volkmar, Berlin-Wilmersdorf

ICC-ABRISS

„Alles läuft auf einen Neubau hinaus“

vom 29. Juni 2005

Das von Schlüter erbaute ICC wurde geplant mit 137 Mio DM (ca. 68 Mio Euro). Gekostet hat es ca. 1000 Mio DM (ca. 500 Mio Euro). Das neue ICC soll trotz gestiegener Baukosten in den letzten 30 Jahren Planungskosten aufweisen, die denen des alten ICC entsprechen. Wer vorgibt, dem Büro Gerkan diese Planung zu glauben, ist entweder einfältig, oder er will den Steuerzahler bewusst über die wahren Kosten täuschen.

Hier wird das übliche Verfahren zur Durchsetzung von Bauvorhaben angewandt. Eine Modernisierung bestehender Gebäude wird in den Kosten utopisch hochgerechnet, der Neubau soll stattdessen kaum etwas kosten.

Prof. Dr. Dieter Baumgarten,

Berlin-Buckow

STEUERMITTEL

„Krematorien werden Landesbetrieb“

vom 22. Juni 2005

Was sind da nur für Angestellte in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und den Bezirken tätig?

Da wurde im Jahre 1999 für 31 Millionen Euro ein Krematoriums-Neubau im Bezirk Treptow-Köpenick fremdfinanziert, der den Berliner Landeshaushalt bis 2029 mit jährlich 2,1 Millionen Euro belastet (unsere armen, armen Kinder und Enkel). Offensichtlich ist diese Anlage nicht ausgelastet. Trotzdem wurde im Jahre 2001 im Bezirk Wedding für 5,4 Millionen Euro eine dritte Krematoriumsanlage saniert und Ende 2002 stillgelegt, weil sie ebenfalls nicht ausgelastet war und nicht mehr benötigt wird. Konnte man dies ein Jahr vorher nicht erkennen oder sprechen die einzelnen Verwaltungen nicht miteinander?

Was sagt denn der „sparsame“ Finanzsenator Sarrazin dazu? Er sollte diejenigen, die diese Verschwendung verursacht haben, zur Kasse bitten.

Nina Gräsler, Berlin-Rudow

HOPPEGARTEN

„Aus der Bahn geworfen“

vom 28. Juni 2005

Man nehme viel Nostalgie, Realitätsverdrängung, einige Politikerversprechen, mangelhafte Rechenkenntnisse, lokalpolitischen Ehrgeiz und die unvermeidlichen EU-Fördermittel. Dann wird sich schon jemand finden, der glaubt, mit einem Stiftungskapital von 1,7 Mio Euro wird sich eine 80 Mio Euro-Investition stemmen lassen. Und bitte nicht den simplen Gedanken aufkommen lassen, einen Rennbahnbetrieb aus eigenen Einnahmen zu finanzieren. Das ist der Stoff, aus dem die Pleiten sind.

Michael Thielke, Potsdam

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