Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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MATHEMATIK

„Kinder sollen in der Schule mehr sprechen“ vom 21. Februar 2006

„Ein deutscher Schüler spricht in 45 Minuten gerade eine Minute“ erfährt man auf der Didacta in Hannover. Durchaus glaubhaft bei Schülerzahlen von 32 in einer 7. Klasse. Die restlichen 13 Minuten bleiben der Lehrerin/dem Lehrer. Von Irgendjemandem muss der Unterricht schließlich ausgehen.

„Ein finnischer Schüler kommt auf das Neunfache.“ Hier muss man das kleine Einmaleins beherrschen. Falls nicht Chorsingen gemeint ist, so ergeben 45 Minuten dividiert durch 9 Minuten 5 Schüler. Fünf Schüler in einer Klasse? Eine glatte Unterforderung für die Lehrkraft. Aber eine Lehrkraft gibt es ja nicht. Ihr bleibt ja keine Zeit für Äußerungen. Auf ähnliche Weise müssen auch die Island-Sagas entstanden sein.

Gunter Paul, Berlin-Licherfelde

ENERGIE

„Autoindustrie will deutlich mehr Biokraftstoff“ vom 18. Februar 2006

Zehn Prozent Biosprit möchte Herr Gottschalk dem Treibstoff beimischen, nicht nur 5,75, wie es die EU vorsieht. Das bedeutet zehn Millionen Tonnen Biosprit, wofür ca. acht Millionen Hektar Fläche erforderlich wären. Ohne deutliche Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs unserer Fahrzeuge bedeutet also mehr Biosprit weiteres Abholzen der Regenwälder. Bei sinkender landwirtschaftlicher Nutzfläche weltweit und steigender Bevölkerung. Nachwachsende Rohstoffe als Energieträger sind akzeptabel, wenn ihre Nutzung einhergeht mit einer deutlichen Effizienzsteigerung. Sonst bedeutet ihr Anbau Raubbau und Verdrängung von Lebensmitteln.

Peter Schrage-Aden,

Energiebeauftragter

Umweltamt Steglitz-Zehlendorf, Berlin

VERGLEICHE

„BBI-Gegner zeigen Nerven in Leipzig“

vom 18. Februar 2006

Die so genannten Flughafengegner bemerkten ihren historischen Irrtum nur in der Verwechslung des Ortes, nicht aber in ihrem kaltschnäuzigen Zynismus, ein rechtsstaatliches Gericht mit den „Gerichten“ der Naziverbrecher zu vergleichen; und dabei gleich noch die Opfer der Nazidiktatur als Geiseln für ihre Unverschämtheiten zu reklamieren.

Übrigens gehen von Opfern und deren Nachkommen erfahrungsgemäß kaum solche „Vergleiche“ aus, denen steckt nämlich noch die Erfahrung wirklichen Leidens in den Knochen. Eher relativieren Täter und ihre Nachkommen gerne mit solchen Attacken auf unseren Rechtsstaat ihre und ihrer Vorfahren Verbrechen.

Klaus Schwarz,

Berlin-Spandau

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