Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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PFLEGE

„Nahe Fremde“

vom 22. März 2006

Die Autorin geht davon aus, dass ein deutscher Pfleger 10 000 Euro monatlich kosten würde. Auch wenn Pflege hier teurer ist als die von osteuropäischen Kräften geleistete, so kommt ein Arbeitgeber in der Pflege nicht auf diese Summe. Was Sie in Ihrem Artikel nur ganz dezent andeuten, ist die Tatsache, dass nur diejenigen diese Form der Pflege finanzieren können, die sowieso gut situiert sind. Denn dafür sind 800 bis 1000 Euro sowie Kost und Logis erforderlich. Und entweder ist ein Haus vorhanden, in dem es ein Zimmer für die Pflegekraft gibt oder der Wohnraum muß entsprechend bezahlt werden. Das ist bei den Mietpreisen in den meisten Großstädten nicht möglich außer wenn man – wie gesagt – den Wohnraum schon hat.

Iris Weiss, Berlin-Wedding

MAUT

„Nur gegen Gebühr ins Zentrum?“

vom 19. März 2006

Ich glaube nicht, dass sich in so einer bitterarmen Stadt wie Berlin, die sich zudem noch über jeden freuen sollte, der sie besucht, ein solch rigoroses System der City-Maut eingeführt werden sollte. In London ist die City-Maut brachial durchgesetzt worden.

Man kann beide Städte auch nicht vergleichen. Berlin ist gegen London vom Verkehrsaufkommen gesehen so eine Art Bad Pyrmont. Wenn es mal einen längeren Stau gibt, dann steht es auch gleich am nächsten Tag in der Zeitung. Wenn wir London aber etwas nachahmen wollen, wir wäre es denn, wenn wir Tempelhof als Airport erhalten würden, London musste sich seinen City-Airport erst mühselig mit hohen Kosten bauen …

Dr. Michael Kanno,

Berlin-Charlottenburg

FUSSBÖDEN

„Leute“ vom 23. März 2006

Die Meldung, mit der über die „Fußbodenverlegearbeiten“ im Büro des Bundesaußenministers berichtet wurde, hat mich sehr empört.

Während in Berlin zum Beispiel an den Schulen meist himmelschreiende hygienische Zustände herrschen, Kitas geschlossen werden, bewährte Sozial- und Bildungseinrichtungen vor dem Aus stehen, weil Zuschüsse gestrichen werden oder sie um solche regelrecht betteln müssen, überlegen sich deutsche Außenminister, was ihren Füßen und ihren Sinnen am besten gut tut. Italienischer Terrakotta-Fußboden durfte es für den einen sein, nun wird der überklebt für einen Teppichboden für den anderen. Wer bezahlt denn das? Gibt es denn nichts Wichtigeres?

Karin Krentz,

Berlin-Friedrichshain

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