Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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ANGLIZISMEN

„Chillen mit Tschechow“

vom 25. März 2006

In Zeiten der Globalisierung bürgern sich speziell englische Begriffe immer mehr in unseren Sprachgebrauch und auch in die Ausgaben des Tagesspiegels ein. Damit werden wir alle täglich konfrontiert und nehmen es, ohne groß darüber nachzudenken, in unseren Wortschatz auf. Viele Begriffe mutieren auch zum Denglisch und passen weder zur deutschen noch zur englischen Sprache. Ganz so krass dies abzulehnen, wie unsere französischen Nachbarn es tun, ist vielleicht übertrieben, aber ein wenig auf unsere deutsche Sprachkultur zu achten wäre doch wünschenswert. Wollen wir diese erhalten, sollten die Redaktionen der großen Tageszeitungen doch auch Vorbild sein. Nicht jeder versteht, was mit diesem Titel (Chillen)und im nachfolgenden Text ... man chillt .... gemeint ist, ohne erst in Wörterbüchern nachzuschlagen, um sich dann einen aus mehreren zur Verfügung stehenden Übersetzungsbegriffen heraussuchen zu müssen.

Heinz Wildenhain,

Berlin-Schmargendorf

THERAPIE

„Es muss nicht immer die Couch sein“

vom 23. März 2006

Als Fazit des Artikels seien sich die Experten „einig, dass keine Psychotherapie, ob sie nun eher auf ,Verstehen’ gerichtet ist, wie die Psychoanalyse oder auf Lernen und Trainieren wie die Verhaltenstherapie unabhängig von der Person des Therapeuten wirkt“. Dies ist sicher richtig. In der heutigen Praxis geht es allerdings weniger um ein Entweder-oder, als darum, sowohl zu verstehen, als auch zu lernen und zu trainieren. Entscheidend für den Erfolg einer Therapie ist, wie gut der Psychotherapeut mit dem Patienten in Kontakt kommt, dieser sich verstanden und angenommen fühlt und sich anvertrauen kann.

Achim Bormuth, Berlin-Friedenau

HÖFLICHKEIT

„So kann’s gehen“

vom 19. März 2006

Die Ausführungen zum Thema „Platzblockaden waren verständnisvoll, erweckten aber den Eindruck, dass man da eben nichts tun kann. Aber man kann! Ich habe es selbst ausprobiert. Heute ist es nicht mehr selbstverständlich, sich zu überlegen, ob man vielleicht einen anderen behindert. Wenn man einen solchen blockierten Platz einnehmen möchte, ist der aussichtsreichste Weg, deutlich zu erkennen zu geben, dass man sich dort hinsetzen möchte. Und wenn man mit freundlichem Gesicht sagt“Bitte darf ich mich da hinsetzen?“ und man nachdem man sich gesetzt hat vielleicht mit „Danke“ hinzufügt, aus welchem Grunde man gerade diesen Platz brauchte, etwa „Hier kann ich mich beim Aussteigen besser festhalten“, dann ist mir die Bitte noch nie abgeschlagen worden. Heute gilt die Parole: Mach den Mund auf und sage, was du erreichen willst.

Anneliese Schröder, Berlin-Wittenau

MAKULATUR

„Vattenfall darf Strompreise erhöhen“

vom 24. März 2006

So ist das mit den Aussagen der Energiekonzerne, nach drei Monaten ist alles Makulatur. Und wir Verbraucher sollen das so hinnehmen. Mit mir nicht!

Anke Brunner, Berlin-Friedrichshain

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