Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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WM I

„Das ist schon stark“ vom 23. Juni 2006

Kein Spieler der spanischen Fußball-Nationalelf singt vor Spielbeginn die Nationalhymne mit. Ulli Stielike sieht darin ein Indiz für mangelndes Nationalbewusstsein. Nach seinem langen Spanienaufenthalt in den achtziger Jahren sollte er es eigentlich besser wissen: Zur spanischen Nationalhymne (Marcha Real) gibt es überhaupt keinen Text. Wie soll man sie da mitsingen?

Prof. Dr. Bernd Reissert,

Berlin-Friedenau

WM II

„Wowereit: Fanmeile wird erweitert“

vom 30. Juni 2006

Es ist erstaunlich, wer alles mit dem richtigen Gespür für öffentliche Stimmungen aber offensichtlich ohne jeden Sachverstand die Fanmeile erweitern will. Neben allen Fifa- und Sicherheitsauflagen bietet der Große Stern ohnehin keine optimalen Bedingungen. Allein auf dem Platz unmittelbar vor und neben der Siegessäule hat man ungehinderte Sicht auf die zusätzliche Videowand. Dahinter nicht und rechts und links im Kreisverkehr ebenfalls nicht. Wer da schlau um die Ecke kommt und „Konzepte“ fordert, muß sich um Sinn und Realisierbarkeit ja keine Gedanken machen. Zur WM hört jeder hin. Und wenn Wahlen vor der Tür stehen heißt die neue Kernkompetenz schon einmal Public Viewing.

Marc Wallas, Hamburg

WM III

„Blatter: Das ist die beste WM aller Zeiten“ vom 29. Juni 2006

Deutschland ist im Fußballfieber, und man kann leicht glauben dass wir alle jetzt an einem Strang ziehen. Lange ist es her dass man mal so richtig fühlte, dass alle zusammenhalten.

Aber der Schein trügt, denn was ist, wenn die WM vorbei ist? Egal ob wir dann Weltmeister sind oder nicht, dann ist jeder von uns immer noch da wo er vorher war. Und während wir nicht aufgepasst haben, haben die Politiker die Mehrwertsteuer erhöht. Die Mehrwertsteuer ist super unsozial, weil da alle gleich viele Prozent bezahlen. Da sind wir Arbeitslosen und Arbeiter dann noch schlechter dran. Wenn es wirklich darum gehen würde dass der Staat Pleite ist, dann hätten die einfach den Spitzensteuersatz abschaffen können. Warum sollen Millionäre und Milliardäre nur 45 Prozent Steuern zahlen? Warum können die nicht 50, 70 oder 90 Prozent Steuern zahlen? So viel Geld können die ja sowieso nicht nützlich gebrauchen.

Johannes Wilm, Schuby

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