Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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KONZEPT

„Wer regiert Deutschland?“ vom 5. Juli 2006

Die Autorin hat in schonungsloser Treffsicherheit die Misere der aktuellen politischen Führung in Deutschland dargelegt. Ihre an Klarheit kaum zu überbietende Analyse bringt es auf den Punkt: Es fehlt den verantwortlichen Politikern an einem überzeugendem politischen Konzept und dem Willen dieses auch umzusetzen. Es geht ganz offensichtlich um eigensüchtigen Machterhalt – eine trostlose Perspektive, die trotz gegenwärtiger fußballbedingter Nationalbegeisterung die Parteiendemokratie in Deutschland ins Abseits stellen wird. Wie soll eine politische Identifikation mit der parlamentarischen Demokratie stattfinden angesichts derart erbärmlichen politischen Herumgekickes. Der Kommentar sollte Pflichtlektüre im Regierungsviertel werden.

Adelheid Mallach, Potsdam

MODELL

„Man trägt kurz“ vom 12. Juli 2006

Vielen Dank für Ihren guten Bericht über die Tatsache, dass wieder mehr Männer in kurzen Hosen herumlaufen. Zugegeben: ich finde daran nichts „unästhetisches“. Ob kurze Hosen allerdings unbedingt „verwaschen und verbeult" sein müssen, darüber läßt sich streiten. Den drei Modellen, die in ihrem Artikel abgedruckt sind, stehen kurze Hosen allerdings trefflich gut. Also: die Zukunft gehört wieder den kurzen Hosen – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Lorenz Mayer-Hamdani, Speyer

UMSETZUNG

„Union: Bürger sollen Freizeitunfälle privat absichern“ vom3. Juli 2006

Nach dem Willen der CDU/CSU sollen Bürger ihre Freizeitunfälle künftig privat absichern. Bei dieser Forderung der Union zur Gesundheitsreform läuft mir schon wieder ein Schauer über den Rücken. Hier geht es nicht nur um das viel zitierte Skifahren. Da stellt sich doch die Frage, ob man sich am Wochenende noch aufs Fahrrad oder gar ins Auto setzen kann. Und darf man noch im Wannsee schwimmen oder auf ihm im Schlauchboot paddeln? Chronisch Kranke und Schwerbehinderte sind zudem wieder mal besonders betroffen.

Ich zum Beispiel hatte 23-jährig einen schweren Unfall und bin seitdem erheblich gehbehindert. Selbst als Beamten lehnte mich jede private Krankenkasse ab. Ebenso verwehrten mir diesbezügliche Anbieter eine Unfall- oder Lebensversicherung, selbst mit Risikozuschlag.

Wenn sich also die Bürger immer mehr privat absichern sollen, muss diese Regierung auch dafür sorgen, dass dies allen ermöglicht wird. Dass sehr vielen Menschen dafür das Geld fehlt, steht auf einem noch ganz anderen Blatt.

Axel Heyn, Berlin-Lankwitz

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