Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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REGIERENDE I

„Das mutlose Wort zum Sonntag“

vom 26. November

„Ich wär’ bescheuert, wenn ich das sagen würde, völlig beknackt“, wird Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zitiert. Meine Frau, eine durchschnittliche Nachrichtenkonsumentin, verfolgt seit einiger Zeit Reden und Aussprüche von Steinbrück im Fernsehen. „Hast Du das eben gehört? So kann doch ein Minister nicht reden“, sagt sie häufig. Ich muss ihr mit 40 Berufsjahren als Journalist beipflichten. Meine Einschätzung: Entweder kommt Steinbrück aus sehr einfachen Verhältnissen, die sprachlichen proletarischen Entgleisungen entspringen seiner Arroganz als Minister oder er hat einen Pressesprecher, auf den er nicht hört oder der sehr schlecht ist. Ich will mich nicht dazu verführen lassen, von den Sprüchen Steinbrücks auf das Niveau des ganzen Kabinetts zu schließen. Wir wollen festhalten: Sprache ist Denken, Sprache entlarvt. Packt Steinbrück bei der Sprache.

Olaf Heffe, Berlin-Schmargendorf

REGIERENDE II

Zu den EU-Beitrittsverhandlungen

mit der Türkei

Bevor die Bundeskanzlerin in Stammtischmanier „starke Signale“ an die Türkei gutheißt, wäre es angebracht, sich umfassender über das türkisch-griechische Verhältnis zu informieren, z.B. über die Umstände, die zur türkischen Intervention auf Zypern geführt haben. Anstatt die reformwillige Türkei und die türkischen Zyprioten, die den Annan-Plan akzeptiert hätten, nun zu erpressen, sollte eher Druck auf Griechenland bzw. den griechischen Teil Zyperns ausgeübt werden, die Wiedervereinigung Zyperns nicht länger zu verhindern und die türkischen EU-Beitrittsverhandlungen zu blockieren. Wer übrigens aus Richtung Rumänien/Bulgarien oder von Syrien/Irak in die Türkei einreist, wird auf angenehme Weise spüren, dass in vielerlei Hinsicht in der Türkei schon lange europäische Verhältnisse herrschen.

Dr. Rainer Czichon, Berlin-Zehlendorf

WAHL-FEHLER

Zur Wahl des Regierenden Bürgermeisters im Berliner Abgeordnetenhaus

„Mein Gott, Walter“, möchte man nach dieser Panne singen. Doch ernsthaft: Wem noch nie ein Fehler unterlaufen ist, der werfe den ersten Stein. Herr Momper hat seinen Fehler bedauert und sich entschuldigt, damit sollte die Sache erledigt sein. Das Abgeordnetenhaus hat dringlichere Probleme zu diskutieren.

Werner Thronicker,

Berlin-Lichterfelde

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