Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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ZIVILCOURAGE

Zum Interview mit Berlins Innensenator

Ehrhart Körting vom 8. Dezember

Interessant fand ich Körtings Antwort auf die Frage „Sie plädieren für mehr Zivilcourage?“, nämlich „… Wenn ein Messer im Spiel ist, würde ich selbst die Sache lieber der Polizei überlassen“. Genau das ist ein wesentlicher Grund für mangelnde Zivilcourage: Bei der Klientel, um die es geht, muss man realistischerweise davon ausgehen, dass jeder ein Messer mit sich führt und im Zweifelsfall sofort zusticht.

Dr. Hans-Günter Kleff,

Berlin-Tempelhof

METHUSALEM

„Säule des Tuilerienschlosses steht auf Schwanenwerder“ vom 4. Dezember

Ich möchte Ihnen für den schönen Artikel zur Tuileriensäule auf Schwanenwerder danken, da er wirklich viel Interessantes und für mich Neues enthielt. Allerdings haben Sie einen neuen Methusalem in die Geschichte eingeführt: Um der Ehemann der Katharina von Medici zu werden, hätte Karl II., den Sie als Gatten der Königin führen, ein wahrlich biblisches Alter von über 700 Jahren erreichen müssen. Tatsächlich war der Valoiskönig Heinrich II. mit Katharina verheiratet. Karl II. hingegen führte sogar den Kaisertitel und ist als „Karl der Kahle“ in die französische, deutsche und italienische Geschichte eingegangen.

Thomas Fuhrmann, Mahlow

LADENSCHLUSS

„Was machen wir heute? Den Sonntag

heiligen“ vom 5. Dezember

Vielen Dank für Ihren kritischen Essay zum Thema Ladenöffnungszeiten rund um die Uhr. Ich schätze es sehr, da ich zum Glück auch berufstätig bin, wenn am Sonntag kein Lieferverkehr, kein Stau und kein ganz normaler Alltag stattfinden, sondern die Stadt Lust zum Bummeln, Gucken und Flanieren macht. Natürlich heißt das auch, manchmal gestresst noch schnell etwas nach der Arbeit einkaufen, aber den Verlust der Sonntagsruhe möchte ich nicht für diese Bequemlichkeit eintauschen.

Was mir in dieser ganzen Debatte noch fehlt, ist auch die Auseinandersetzung mit dem Konsumzwang oder vielmehr auch mal mit dem Konsumverzicht; auch wenn Letzteres gerne in eine verstaubte „Gutmenschenecke“ abgedrängt wird, anstatt den schonenden Umgang mit vorhandenen Ressourcen zu thematisieren. Ich genieße auch den Sonntag als Reisende in fremden Städten und Ländern, da ich dann die Möglichkeit habe, mir Städte anzusehen, ohne der Hektik ausgesetzt zu sein. Ich denke, auch Berlin hat sehr viel Charme ohne seine glitzernde Einkaufswelt.

Alice Buck, Berlin-Kreuzberg

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