Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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BERLIN I

„Das Erbe des Konditors“

vom 23. Dezember

So schmeckte Berlin: ein bisschen süß, aber vor allem bitter. Süß, wenn man von Ferne den Funkturm leuchten sah. Und bitter, wenn der Funkturm immer kleiner wurde und Mutti schluchzend die Ausweise hervorkramte. Berlin zerfloss auf der Zunge, schmolz in der Hand, hinterließ Spuren, die niemals rausgingen. Und duftete gar verführerisch. Der Geschmack von Berlin kam in gut verschnürten Paketen. Er wurde verschickt in die Provinz, in den Pott, wo ich zwischen Ruinen spielte und immer Heimweh hatte. Nach zu Hause. Nach Berlin. Berlin kam portionsweise, weiß verpackt mit edlem, blauem Schriftzug: Hamann. Zu Weihnachten, wenn die ganze Familie zusammen war, dann lag Hamann-Schokolade unter dem Tannenbaum bei Oma Lichtenrade und auf dem Kaffeetisch bei Oma Friedenau. Hamann ist Berlin. So wie KPM. Oder der Funkturm. Und der Tagesspiegel, natürlich.

Danke für Ihr Feature „Das Erbe des Konditors“ und Danke an die Familie Hamann, dass ihre Schokolade immer noch nach Berlin schmeckt und genauso aussieht wie immer.

Monika von Ramin, Berlin-Zehlendorf

BERLIN II

Zu regionalen Unterschieden

der deutschen Sprache

Liebe schreibende Zuwanderer aus Köln/Erkenschwick/Bielefeld,

nachdem Ihr uns Ureinwohnern seit Jahren beibringt, dass es an Türen „schellt“ und wie man sich „ein Stück weit“ „einen schlanken Fuß macht“, bitte ich Euch nun doch um einen letzten Funken sprachlichen Respekt vor Eurer neuen Heimat: Bitte übt doch im neuen Jahr gelegentlich jeweils eine Seite lang „zu Weihnachten“ und „am heiligen Abend“ niederzuschreiben. Es ist wirklich ganz einfach!

Rolf Knitter, Berlin-Zehlendorf

Berlin III

„Landowsky verlangt einen Freispruch“ vom 23. Dezember

So unverschämt, beim Bankenskandal politische Intrigen zu unterstellen, muss man erst mal sein!

Andreas Bock, Berlin-Schöneberg

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