Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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RUF

„Zeit für die Zugabe“ vom 8. Mai

Dem Regierenden Bürgermeister wird Tatenlosigkeit vorgeworfen. Das Gegenteil ist richtig: Die Senatskanzlei hat eine Plattform aller Umweltorganisationen (Greenpeace, WWF, Nabu, BUND u. v. a.), die das deutsche Satellite-Event von „Live Earth“ nach Berlin holen wollte, mit Rat und Tat unterstützt. Hamburg hat dann den Zuschlag bekommen, weil Marketinggesichtspunkte in vielerlei Hinsicht offenbar wichtiger waren als das Thema Klimaschutz. In einen solchen, auch finanziellen, Wettbewerb, wollten sich der Senat und die Plattform nicht begeben. Das wäre, wenn überhaupt, der einzige Punkt, den man dem Senat vorwerfen könnte, nicht aber Lethargie. Nun wurden alle ehrenamtlich arbeitenden Naturschutzorganisationen vor den Kopf gestoßen, das muss die Organisation von Al Gore verantworten. Ein tatsächlich kritischer Kommentar könnte unter diesem Gesichtspunkt auch Ole von Beust ins Visier nehmen. Aber da ist dann doch in die gewohnte Kerbe des Wowi-Bashings leichter zu hauen.

Michael Donnermeyer,

Sprecher des Senats, Berlin

NACHRUF

Zum Nachruf für Ellinor Michel

vom 27. April

Über den Nachruf kann ich leider nicht glücklich sein. Der Untertitel „Sie malte Bilder …“ verkürzt Ellos Leben auf eine nebensächliche Phase, die – wenn überhaupt – erst nach dem Zusammenleben mit Baader stattgefunden haben kann. Jedenfalls sind Freunde und Bekannte bestürzt darüber, dass der Tagesspiegel damit Ellos ganzes Leben in das Licht „hier Künstlerin – da Terrorist“ taucht. Diese Masche wird auch in anderen Textteilen durchgezogen wie die Klischees vom prügelnden Vater, Pflegeeltern mit Villa und Dienstboten bis zum permanenten Rauschgiftkonsum.

Ich weiß, auch in einem Nachruf kann man nicht nur die positiven Seiten eines Lebens darstellen, ich halte es aber für unfair, im Untertitel und durch Betonung von aufgebauschten Nebensächlichkeiten dem ganzen Artikel einen negativen Stempel aufzudrücken.

Udo Moser Michel, Braunschweig

AUFRUF

Zu den Vorschlägen des Innenministers zur inneren Sicherheit

Stoppt Schäuble, ein Schily war genug!

Friedrich-Wilhelm Freiherr von Sell, Berlin-Charlottenburg

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