Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

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ZITATE

„Plagiatsvorwurf gegen Juraprofessor der HU: Präsident will jetzt rechtliche

Konsequenzen prüfen“ vom 16. Mai

Meiner Auffassung nach gibt es allgemeinverbindliche wissenschaftliche Spielregeln. Dazu gehört das korrekte Zitieren. Das ist insbesondere im Zeitalter der Internetplagiate von dringlicher Bedeutung. Wenn da nun jemand meint sich mit einer Gesetzeslücke herauswinden zu können, hat er meines Erachtens seinen Beruf verfehlt. Dann wäre er besser Anwalt geworden. Hier geht es schließlich nicht nur um ein juristisches Problem und auch nicht um ein Problem, dass nur die Doktorandenebene betrifft. Wo bleibt der Vorbildcharakter für die Studenten und die persönliche Verantwortung? Wie sollen Studenten wissenschaftlich arbeiten lernen, wenn ihnen nahegelegt wird, dass der bequemere Weg – fremde Hausarbeiten aus dem Internet abzukupfern – nicht verwerflich ist?

Dr. Jutta Fraunholz-Jaeger,

Berlin-Lichterfelde

BÜROKRATIE

„In welcher Höhe muss der Kleiderhaken hängen? – Beamtenbund macht

Vorschläge zur Entbürokratisierung“

vom 12. Mai

Man stelle sich vor, es gibt keine Vorschriften mehr, sondern die Bürger regeln ihr Zusammenleben selbst; auf den Straßen gibt es keine Schilder mehr, sondern nur noch ein paar Grundsätze wie „rechts vor links“ oder „in Wohngebieten 30 km/h“. Der arme Bürger: mündiges Mitdenken statt Gehorsam. Der arme Beamte: kommt ins Büro und hat nichts mehr zu regeln – er hätte mehr Zeit für Bürgerservice. Paradiesische Zustände: Freiheit statt Verwaltung!! Bitte lieber heute als morgen.

Nikolaus Petersen, Berlin–Mitte

MORAL

„Rechnungshof: Berlin zahlt zu viel

Hartz IV“ vom 15. Mai

Das ist wieder einmal bezeichnend, der Rechnungshof bemängelt die Jobcenter wegen ihrer Mietkostenzahlungen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus, die Jobcenter haben eine schlechte Zahlungsmoral die Hartz-IV-Empfänger kommen sich vor wie Bittsteller. Die Mehrzahl dieser Klientel hat jahrelang in die Kassen der Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Behandelt werden sie wie Menschen zweiter Klasse, das ist menschenunwürdig.

Jörg Rother, Berlin-Lankwitz

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