Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

VERNUNFT

„Thetanische Verse“

von Harald Martenstein vom 13. Juli

Die Glosse scheint mir im Wesentlichen vernünftig zu sein. Unvernünftig empfinde ich jedoch, dass der Autor, als Gegensatz, neben der Vernunft offensichtlich nur noch die Unvernunft für möglich hält. Damit erhebt er in Konsequenz den menschlichen Verstand zur obersten Instanz allen Seins.

Religion ist weder vernünftig noch unvernünftig. Sie entzieht sich weitgehend aller Kalkulation. Allein der Glaube, als Fortsetzung des Verstandes, kommt noch ein Stück weiter im Versuch, den unlösbaren Geheimnissen der menschlichen Existenz zu begegnen. Letztlich wieder die Frage: Gott ja oder nein. Die muss jeder denkende Mensch für sich allein entscheiden.

Karl-Hans Gehr,

Berlin-Wilmersdorf

AUTOS I

„Der Herr der Linien“

von Marc Neller vom 11. Juli

Da wird ein Auto konstruiert, in dem – offensichtlich durch Konstruktionsfehler – einige Menschen ihr Leben lassen. Für den Konstrukteur „Vergangenheit“. Er ist stolz darauf, dass die Tür mit dem richtigen Geräusch zuklappt, der Kunststoff richtig riecht und der Motor gut klingt. Besser kann man den Zynismus der Autobauer kaum entlarven.

Volker Schewitz,

Berlin-Charlottenburg

AUTOS II

„Autofreie Tage nur per Gesetz“

von Klaus Kurpjuweit vom 8. Juli

Auf der einen Seite „Live Earth“-Konzerte an diesem Wochenende und dann heute wieder einmal die Meldung aus Berlin: Ein autofreier Sonntag wird nicht stattfinden. Hier darf weiter aufs Gaspedal gedrückt werden. Liebe Planer im Verkehrsministerium, was denken Sie eigentlich,wie viel Zeit unsere Erde noch hat sich von diesen gewaltigen CO2-Ausstoßen zu erholen?

Die Frage bleibt offen, wie viel Zeit überhaupt bleibt von dem unheilvollen Weg umzukehren, der uns die Existenzgrundlage wegnehmen wird. Ein Tag im Jahr wäre sowieso ein winziger Schritt, aber in die richtige Richtung.

Theresia Dorschfeldt,

Berlin-Kreuzberg

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