Leserbriefe : KURZ & BÜNDIG

METROPOLE I

Zum Interview mit Zadie Smith

vom 22. Juli

Wenn der Interviewer behauptet, man könne in Berlin an der Aussprache nicht erkennen, welcher sozialen Schicht eine Person entstammt und man könne höchstens Ost- und Westberliner unterscheiden, so übersieht er die große sprachliche Vielfalt dieser Stadt. Von „Kanack Sprak“ über Sächsisch und Schwäbisch kann man hier wohl fast alles hören, was es an Akzenten und Dialekten gibt. Und natürlich gibt es Soziolekte.

Allein anhand des Wortschatzes und der Ausdrucksfähigkeit lassen sich viele Berliner einer sozialen Schicht zuordnen, ganz unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Auch viele deutschstämmige Neuköllner sprechen inzwischen ohne Präpositionen etc.

Dr. Olaf Schäfer,

Berlin-Neukölln

METROPOLE II

„Klingeln und Keifen“ vom 26. Juli

Ich musste lächeln, als ich den Artikel über den Streit zwischen Berlins Radlern und Fußgängern las. Ich fahre in New York City jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, immer gefährdet durch riesige Lastwagen, achtlose Autofahrer, die glauben, dass die seltenen Radwege Parkplätze sind, und acht Millionen Fußgänger die sich nicht die Mühe machen, auf Fahrräder überhaupt zu achten. In New York vertreten Politiker, Autofahrer und Fußgänger die Meinung, dass die Radler ein Problem sind – statt eine Lösung für die Fettleibigkeit und den schrecklichen Stadtverkehr.

Ich wohnte vor sieben Jahren ungefähr zwei Jahre in Berlin, und die Stadt war – und bleibt bis heute – ein Paradies für Radfahrer. Alles ist relativ.

Holly Barkhymer,

New York City, USA

METROPOLE III

Zur Berichterstattung über

die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin

Als Nutzer von Bussen, S- und U-Bahnen in Berlin war ich bei einem Besuch in Wien neugierig auf das Aussehen der Wiener U-Bahn. Bahnhöfe, schlicht, aber recht sauber und graffitifrei und zu meinem Erstaunen waren die Zugfenster fast völlig unzerkratzt. Wie schaffen die das?

Hartmut Dieckmann, Berlin-Rudow

METROPOLE IV

„Die Polizei sieht rot: Autofahrer

ignorieren Ampeln“ vom 26. Juli

Regeln werden doch in dieser Stadt nur noch beachtet, wenn sie auch durchgesetzt werden. Ein gutes Beispiel kann jeder seit vielen Jahren auf unseren Straßen sehen: Hundehaufen.

Renate Kappe, Berlin-Friedrichshain

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