Leserbriefe : Landwirte sind keine Wetterpropheten

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Zur Berichterstattung über

die derzeitige Dürre in Deutschland

Zunächst einmal ist zu sagen, dass die Situation so schlimm, wie sie vom Sprecher des Landesbauernverbandes dargestellt wurde, noch nicht ist. Es gibt durchaus erste Dürreschäden, allerdings noch nicht in dem dargestellten Ausmaß.

Die Landwirtschaft leidet neben dem Skitourismus in den Alpen bisher am stärksten unter dem Klimawandel, den sie nun wirklich nicht maßgeblich mitverursacht hat. Abgesehen davon ist eine Versorgung mit Nahrungsmitteln lebensnotwendig, Skifahren nicht unbedingt. Im Gegensatz zum Skifahrer trägt die Landwirtschaft mit Biogasanlagen aber seit geraumer Zeit zur CO2-Einsparung bei.

Was jedoch gänzlich grotesk ist, ist der Vorwurf, die Landwirte hätten nun wirklich genug Zeit gehabt, sich auf den Klimawandel einzustellen und ihre Anbaustrategien zu ändern. Wer so etwas behauptet, offenbart seine absolute Unwissenheit in sämtlichen pflanzenbaulichen Fragen.

Der Klimawandel vollzieht sich leider nicht stabil, so dass in einem Jahr diese, im nächsten Jahr jene Sorte besser wäre. Da ich aber im Herbst die Saat für das nächste Jahr ausbringe, kann ich schlecht wissen, wie sich das Wetter in den nächsten zehn Monaten entwickelt. Das wird eventuell erst möglich sein, wenn sich ein stabiles neues Klima eingestellt hat (wann auch immer das sein mag). Sorten, die solche Trockenperioden wie die jetzige schadlos überstehen, gibt es nicht. Daher kann man sie auch nicht anbauen.

Zuletzt möchte ich noch einen guten Rat loswerden: Mit dem Essen verhält es sich wie mit der Gesundheit: Erst wenn es nicht mehr da ist, fehlt es einem.

Johann Meierhöfer,

Niederer Fläming, Ortsteil Werbig

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