Leserbriefe : Lasst uns hoffen

„Falsche Hoffnung / Krebstherapien müssen besonders kritisch geprüft werden“ von Alexander S. Kekulé vom 23. Juli

Als langjährige Leserin des Tagesspiegels habe ich bisher immer gerne und mit großem Interesse die Kolumne des Herrn Prof. Kekulé gelesen, in der er es hervorragend versteht, wissenschaftliche Erkenntnisse auch dem Laien verständlich zu machen. Der Artikel vom 23. Juli jedoch konnte bei mir nur großes Entsetzen hervorrufen.Was möchte Herr Prof. Kekulé hier zum Ausdruck bringen? Soll sich die Behandlung von Krebserkrankten nur noch auf eine notwendige Operation beschränken und jede Folgebehandlung (Chemotherapie, Bestrahlung) als ohnehin aussichtslos erst gar nicht in Angriff genommen werden? Muss sich der Krebspatient nach Diagnosestellung gleich auf sein baldiges Ableben einstellen, da ja jede weitere Behandlung nur Kosten verursacht aber keinen Nutzen verspricht? Sicher sollte mehr Geld in die Früherkennung dieser Erkrankung investiert werden, aber hat nicht der bereits Erkrankte ein selbstverständliches Anrecht auf mehr Lebenszeit? Was glauben Sie, welche Wirkung dieser Artikel bei Menschen erzielt , die gerade erst von ihrer Erkrankung erfahren haben?

Als selber Betroffene möchte ich mit den Worten schließen: Lasst uns noch ein paar „nutzlose“ Therapien, denn die Hoffnung stirbt zuletzt !

Doris Hansmann, Berlin-Lichtenrade

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