Leserbriefe : Lebensmittel besser kennzeichnen

„Fütterung von Kühen mit ,Genmais‘ verändert Milch nicht“ vom 26. März und „Wir Kolbenfresser“ von Hartmut Wewetzer

vom 22. März

Wenn es bei „Genfood“ und „Genmais“ wirklich nur um „einen Glaubenskrieg um die Landwirtschaft geht“, wie Hartmut Wewetzer schreibt, dann sollte er auch mit einer rigorosen Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Produkte einverstanden sein.

Denn die Kennzeichnungspflicht, die es in Europa gibt, hat grobe Lücken. Gentechnische Methoden bei der Herstellung von Zusatzstoffen, Enzymen und Vitaminen sind weit verbreitet, ohne dass ein Hinweis auf der Verpackung stehen muss.

Die im Artikel von Herrn Wewetzer beschriebenen Sojaprodukte sind ja schon in allen möglichen Fertig-Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel Sojasteaks für Vegetarier und riesige Mengen Sojakraftfutter in den Futtertrögen von Nutztieren.

Es ist aber eine Tatsache, dass immer mehr Menschen allergisch auf Soja und ihre Bestandteile in den Lebensmitteln reagieren und in der Natur sind die Folgen fatal. Kostbarer Regenwald in Südamerika wird gerodet um immer neue Plantagen anzulegen. Das Öl verwendet die Lebensmittelindustrie und das Sojaschrot landet wegen seines hohen Eiweißgehalts wiederum im Tierfutter. Die Kennzeichnungspflicht für Milch oder Fleisch von Tieren, die mit Gensoja gefüttert wurden, entfällt, da dies erst ab einem Anteil von 0,9 Prozent genmanipulierter Bestandteile sein muss. Die Angst in der Bevölkerung ist nicht unbegründet. Das Volk versteht ja bekanntlich nichts, es fühlt aber meistens richtig.

Michael Mohr, Köln

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