Leserbriefe : Macht es anders als früher

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„Die Schatten werden wieder länger“

vom 13. April 2006

Ich habe eigentlich bislang geglaubt, dass die Bundesrepublik etwas aus ihren Fehlern im Umgang mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern u. ä. gelernt hätte und diese Erfahrungen auf den Umgang mit ehemaligen MfS-Mitarbeitern u. ä. anwenden würde. Daher habe ich kein Verständnis dafür, dass unser Staat die ehemaligen MfS-Mitarbeiter besser behandelt als deren Opfer und ihnen auch noch erlaubt, sich ungestraft und unwidersprochen in aller Öffentlichkeit reinzuwaschen.

Auch verstehe ich nicht, warum unser Regierender Bürgermeister sich nicht umgehend von dem hier zuständigen Senator, Herrn Flierl, getrennt hat. Hier kann doch wohl nur ein gestörtes Verhältnis zur Demokratie und zum Rechtsstaat vorliegen. Hier gilt mein Dank dem Parlamentspräsidenten, Herrn Momper, der offensichtlich versucht hat die Fehler von Regierungsmitgliedern zu mildern und staatstragend reagiert hat. Das hier eine Anwältin für den MfS-Mitarbeiter Herrn Schmidt und für Herrn Knabe tätig wird verwundert mich nicht, weil – wie schon unsere Geschichte belegt – die wenigsten Juristen sich moralisch verhalten, wenn es um Honorar oder/und Macht geht.

Klaus Kiesler, Berlin-Frohnau

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