Leserbriefe : Machtwechsel

-

Betrifft: „Begriffe stutzen“ vom 16. März

Herr Köhler, der als möglicher Bundespräsident gehalten wäre, parteipolitisch neutral zu sein, war vermutlich nicht gut beraten, als er zwei Monate vor seiner Wahl öffentlich äußerte, welche Partei mit welcher Kanzlerin eine künftige Bundesregierung stellen sollte. Aber auch Frau Schwan könnte noch ein wenig üben. Wenn sie von der unverhohlenen Absicht spricht, mit Präsident Köhler solle der Machtwechsel im Bund vorbereitet werden, bleibt sie den Nachweis schuldig, wieso diese Überlegung nur auf Horst Köhler zutreffen soll und nicht auf fast jeden Anderen, der von der CDU/FDPMehrheit in der Bundesversammlung nominiert worden wäre. Abgesehen davon spricht wenig dafür, dass die bevorstehende Wahl des Bundespräsidenten das Verhalten der Wahlbürger in mehr als zwei Jahren maßgeblich beeinflusen könnte. Der letzte „Machtwechsel“ kam übrigens unter Bundespräsident Herzog (CDU) zustande.

Eberhard Liss, Berlin-Lichterfelde

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben