Leserbriefe : Maß halten

Zur Debatte um eine Erhöhung der Diäten der Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses

Das schlägt dem Fass den Boden aus. Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, Angestellte wie Beamte, verzichten seit Jahren auf eine Gehaltserhöhung. Nach dem Auslaufen des Solidarpaktes bekommen die Angestellten das Gehalt von 2002; die Beamten haben seit 2002 gar keine Gehaltserhöhung mehr bekommen; ihnen ist das Weihnachtsgeld reduziert und das Urlaubsgeld ganz gestrichen worden. Forderungen nach Gehaltserhöhung wurden regelmäßig mit Hinweis auf die leeren Kassen abgelehnt.

Herr Sarrazin hat stets den Vergleich mit Hamburg bemüht, wenn es darum ging, eine neue Sparrunde einzuläuten. Nun wird auf Hamburg verwiesen, wenn es um die Erhöhung der Diäten geht. Und Herr Körting bietet 1,2 Prozent mehr Gehalt und erwartet, dass alle Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes jeden Morgen mit Freude und hoch motiviert ins Büro gehen, um ihrem Dienstherrn zu dienen!

Es beweist schon eine erhebliche Selbstbedienungsmentalität und die Verhöhnung der Mitarbeiter ist nicht mehr zu überbieten, wenn die Abgeordneten während der laufenden Tarifgespräche sich die Diäten erhöhen. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

Beatrix Niedack,Berlin-Grunewald

Die Diätenerhöhung wird unter anderem mit der „Entwicklung der Vergleichseinkommen der Beamten“ begründet. Die Einkommen der Berliner Beamten können nicht gemeint sein, denn deren Grundgehälter wurden seit langem nicht mehr erhöht. Wir wären ja schon zufrieden, wenn wir die gleichen Gehälter erhielten, wie sie derzeit in Hamburg gezahlt werden. Innensenator Dr. Körting soll jedoch für 2011 nur eine Gehaltserhöhung um 1,2 Prozent in Aussicht gestellt haben. Ich habe nichts gegen Diätenerhöhungen. Abgeordnete sollen angemessen bezahlt werden. Doch wenn, dann die prozentual gleiche Erhöhung für alle, zum gleichen Zeitpunkt.

Werner Thronicker,

Berlin-Lichterfelde

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