Leserbriefe : Mehr kontrollieren statt appellieren

Zur Debatte über Schnapstestkäufe

durch Jugendliche

Den Vorschlag, Jugendliche als Testkäufer für Alkohol einzusetzen, ad acta zu legen, war die einzig richtige Entscheidung. Gerade in einem Land, in dem bereits mehr als genug Erfahrungen in Sachen Bespitzelung gemacht wurden, kann es nicht angehen, Kinder und Jugendliche als „Agents provocateurs“ einzusetzen. Man würde ihnen damit den Eindruck vermitteln, dass Anschwärzen etwas Gutes sei.

Anke Brunner, Berlin-Friedrichshain

Jugendschutzhelfer als Testkäufer sind das Wirksamste, was wir gegen die Abgabe von Drogen und Gewaltfilmen an Minderjährige tun können. Jugendliche Jugendschutzhelfer wären Stars und würden vor allem den Reiz des Verbotenen ins Gegenteil verkehren, der ein Hauptgrund für den Konsum von Illegalem im Minderjährigenalter ist. Jugendliche Testkäufer nützen unseren Kindern! Wem nützt es, wenn solche Tests nicht stattfinden: verantwortungslosen Abgabestellen und der Zigaretten- und Alkoholindustrie.

Julius Voigt, Berlin-Wilhelmsruh

Ich halte die Aufregung um die Idee, Kinder als Testkäufer für Alkohol einzusetzen, für unangebracht, und mit Kindesmissbrauch hätte dies meines Erachtens wenig zu tun. Wenn auf diese Weise der Alkoholverkauf an Minderjährige eingeschränkt wird, wäre viel mehr für den Kinder- und Jugendschutz getan, als das mit unfruchtbaren Appellen und nicht zu kontrollierenden Gesetzen möglich ist.

Günter Baerwolff, Berlin-Biesdorf

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