Leserbriefe : Mein Moulin Rouge

Zum Berliner Friedrichstadtpalast

Die Debatte über das benötigte Darlehen in Höhe von 3,5 Mio. Euro ist einfach beschämend. Im Kulturetat der Stadt ist dieser Betrag bekanntlich ein Tropfen Wasser in einem großen See. Denn eine Verweigerung, dieses Darlehen zu gewähren, würde bedeuten, dass Zigtausende Hotelzimmer leer stehen würden, wenn die Touristen, die insbesondere nach Berlin kommen, um die Revuen im Friedrichstadtpalast zu erleben, wegbleiben würden. Und die steuerlichen Einnahmen der Stadt würden um sehr vieles sinken. Abgesehen davon ist der Friedrichstadtpalast eine Marke für Touristen aus aller Welt, die beim Besuch im Friedrichstadtpalast etwas Besonderes erwarten. Und dies zu Recht …

Zugegeben, der perfekte Stil der Revuen ist noch nicht gefunden. Wie viele Theater experimentieren mit ihren Programmen? Und wie viele Opernaufführungen kann man als misslungen einstufen? Und niemandem fällt ein, die Subvention zu kürzen oder eine besondere Unterstützung nicht zu gewähren.

Paris lebt von Millionen Touristen und auch hier sind die beiden Etablissements Lido und Moulin Rouge die Anziehungspunkte der Stadt. Diese Theater existieren seit langen, langen Jahrzehnten und arbeiten mit Gewinn. In Paris sind diese beiden Revuetheater die Glanzlichter der Stadt - bekannt auf der ganzen Welt. Und so kommt bei mir der Gedanke auf, ob es nicht opportun wäre, die bisher eingespielten Revuen im Friedrichstadtpalast umzustellen auf Revuen, wie sie in diesen beiden Theatern exerziert werden. Mehr Freiheit in der Darstellung, mehr Erotik, mehr Schönheit und mehr Frauen. Kurz gesagt: einen neuen Weg beschreiten, der mit Sicherheit zum Erfolg führen wird, wenn die Intendanz sich zu einer solchen Umstellung würde bewegen lassen. Die Anziehungskraft des Friedrichstadtpalastes könnte mit der Zeit einen Erfolg von Lido oder Moulin Rouge erreichen. Das wichtigste Element für das Theater ist das Ballett und zum Ballett gehört immer ein Tanz- und Gesangstar. Mit einer solchen künstlerischen Persönlichkeit wäre erst mal die Spitze des Programms gesichert. Das restliche Programm dürfte keine Schwierigkeiten bereiten, die bereits gegenwärtig und davor der Friedrichstadtpalast erstklassige internationale Küche engagieren könnte. So glaube ich, dass man von der Besucherreduktion zu einem enormen Besucherzustrom schreiten könnte. Und deshalb die Bitte an Herrn Dr. Berndt Schmidt, dem Intendanten: Machen Sie sich zusammen mit Ihren Mitarbeitern Gedanken über den Vorschlag.

Es wäre der einfachste Weg, sogar vielleicht auch mit der Zeit auf Subventionen zu verzichten. Und einen noch größeren Teil von Touristen nach Berlin zu locken.

Artur Brauner, Filmproduzent und

Unternehmer, Berlin-Grunewald

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