Leserbriefe : Mit Bildung lässt sich Geld verdienen

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Betrifft: „Die deutsche Schule ist von gestern“ vom 4. Dezember und „Auch der Nachmittag gehört der Schule“ vom 5. Dezember 2003

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Gläubigkeit der neueste Bericht über das deutsche Bildungswesen akzeptiert wird. Es ist nicht zu bezweifeln, dass hier erheblicher Reformbedarf existiert, auf den trotz aller Aufregung noch nicht ausreichend politisch reagiert wird. Dennoch ist Skepsis gegenüber dem Bericht angebracht, wie auch der Beitrag von Herrn Tenorth zeigt. Ich war früher häufig im internationalen Bereich tätig. In Organisationen wie der OECD wird nicht nur an gemeinsamen Lösungen für die Probleme dieser Welt gearbeitet, es wird auch handfeste Interessenpolitik betrieben. Dabei wird in Deutschland übersehen, dass man mit Bildung auch viel Geld verdienen kann, längst eine Globalisierung stattfindet und Deutschland international eher zu den MarktVerlierern gehört. Unter diesem Aspekt erinnere ich mich noch an einen wenig erfolgreichen Widerstand gegen OECD-Analysekategorien für Bildungssysteme, die - völlig korrekt angewandt - zu einer erheblichen Unterbewertung der deutschen Berufsbildung führten. Derzeit sind die Bildungsmärkte in Mittel- und Osteuropa von Interesse. Da kommt es gelegen, dass das deutsche Bildungswesen seinen früheren Glanz verloren hat . . .

Wilfried Reisse, Berlin-Friedenau

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