Leserbriefe : Mit dem D-Day kamen die neuen Werte

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Betrifft: „Die Helden stehen im Schatten“ vom 4. Juni 2004

Dem Satz von Gerhard Schröder, der Zweite Weltkrieg sei endgültig vorüber, möchte ich eine andere Bedeutung geben als Andrei S. Markovits, der meint, hier zeige sich ein wieder auflebender deutscher Nationalismus.

Er bedeutet, dass, wenn ich „wir“ sage, ich nicht mehr die deutschen Verteidiger des Strandes der Normandie, sondern die amerikanischen und britischen Angreifer meine. Denn innerhalb der letzten sechzig Jahre sind die westlichen Werte Demokratie und Rechtsstaatlichkeit von etwas Aufgezwungenem zu etwas Eigenem geworden. So sehr sind diese Werte von den Deutschen angeeignet und weiterentwickelt worden, dass die heutigen Deutschen ihnen mehr zugeneigt sind als der Ehrfurcht vor den biologischen Vorfahren, die den Makel besitzen, gegen diese Werte gekämpft zu haben. Wir heutigen Deutschen haben sozusagen unsere Vorfahren ausgewechselt. Es sind jetzt die tapferen britischen und amerikanischen Soldaten und nicht mehr die vom nationalsozialistischen Geist besessenen deutschen Väter und Großväter. Diesen Sieg der Westalliierten kann man doch nur als vollkommen bezeichnen.

Uwe von Lampe, Berlin-Tegel

Betrifft: „Der Aufbau Ost ist nicht gescheitert“ vom 30. Mai 2004

Meine Pfingsteindrücke im Osten als Veteran des Zweiten Weltkrieges, der Europa von Leningrad über Laibach, Genua und Neapel nur von Sprung zu Sprung von Granattrichter zu Granattrichter und die USA von Mais- zu Peanut- und Baumwollfeld kennen lernte, fasse ich als 83-Jähriger zusammen: Mir blieb zu Pfingsten im Umland von Dresden der Mund offen stehen. Jeder Gasthof ausgebucht, neue Fahrräder, moderne Autos, die Tische in den Lokalen bogen sich. Also, was soll das Gejammer? So gut ging es unserer Generation weder in der Weimarer Republik, noch bei Hitler, noch in der DDR. Also schön auf dem Boden bleiben!

Rudolf Lindner, Dresden

Betrifft: „Sein längster Tag“ vom 2. Juni 2004

Zum Artikel über Hein Severloh möchte ich anmerken, dass das „amerikanische“ Urteil über ihn – „Die Bestie von Omaha“ – nur in der deutschen Ausgabe von National Geographic zu lesen war. In der amerikanischen Originalausgabe stand nur: „The deadliest weapon on Omaha“. Etwaige Schlüsse daraus möge jeder selbst ziehen.

Dr. Peter Schenk, Berlin-Kreuzberg

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