Leserbriefe : Mit Pfeil und Bogen

Berichterstattung zur Verschärfung des Waffenrechts

Wir sind es nun schon länger gewohnt, dass unsere Politiker reihenweise aus der Hüfte schießen. Jede Woche wird offensichtlich ohne jeglichen Sachverstand und ohne Abstimmung ein Problem auf den Markt geschleudert, eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Sie beweisen hier nicht ihre Wichtigkeit, ihre Publicity geschweige denn ihre Verantwortung gegenüber dem Souverän, sondern ihre Weltfremdheit und katastrophale Inkompetenz! Bei jedem Ereignis erfolgt eine typisch deutsche politische Überreaktion mittels unüberlegter Schnellschussmethode und sofortigen geforderten Maßnahmen, die zum Gesetz erhoben werden sollen. Ein Waffenmissbrauch – wie auch immer – wird sich auch nicht durch Gesetze verhindern lassen.

Die vorgesehenen Verschärfungen – schon teilweise wieder blamabel zurückgenommen – sind doch schlicht lächerlich! Diese Verbote entbehren jeder Realität bei a priori jeglicher fehlender Kontrollmöglichkeit. Wir haben ja nicht einmal mehr genügend Polizei auf der Straße! Verletzen Wasserpistolen die Menschenwürde? Das muss dann wohl Karlsruhe entscheiden – ebenso wie die Ächtung von Militärspielzeug; welche wir schon mal hatten? Müssen wir jetzt eine „Schwarze Liste“ erstellen? Bei Karl May angefangen mit Verbot der Indianerspiele, über die Print-und Fernseh-„Killerkrimis“. Müssen jetzt die Kriegsbücher eingestampft werden, die den Markt überschwemmen? Sollen jetzt die Jäger mit Pfeil und Bogen ausgerüstet werden, um der Wildschweinrotten Herr zu werden, die Polizei vermehrt mit Pfefferspray versehen werden, um die „Scharfen Waffen“ einzusparen? Vielleicht genügt Pfefferspray, um die dumpfen Randalierer der Fußballstadien und Demos zu isolieren. Die GSG 9 erhält eine weitere Aufgabe: das Erstürmen der Wohnungen und Häuser der uneinsichtigen Waffenbesitzer, die sich nicht kontrollieren lassen wollen, die den Blick unter die Betten verwehren wollen! Rückt der Überwachungsstaat immer näher? Haben Schäuble und Co. denn keine Angst ob des Wählerverlustes und mehr noch vor der Waffenindustrie und deren Lobbyisten bei den zu erwartenden schwindenden Renditen? Die Satire über die Verschärfung des Waffengesetzes ließe sich noch ellenlang weitertreiben. Wahrscheinlich wird ein Teil davon Realität.

Rolf Meyer

Otto-Grotewohl-Ring 3B

15344 Strausberg

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