Leserbriefe : Mit Sicherheit verfehlt

Zum Interview mit dem Direktor des Forschungszentrums Karlsruhe,

Eberhard Umbach, vom 1. Oktober

Herr Umbach postuliert in dem Interview, dass die Klimaziele ohne Atomkraft „mit Sicherheit“ verfehlt würden. Dagegen zeigt die aktuelle Energiestudie im Auftrag des Bundeskanzleramtes, dass die deutschen Klimaschutzziele auch ohne Atomkraft erreichbar sind. Völlig unstrittig ist, dass Atomstrom durch erneuerbare Energien und Energieeffizienz (Stromeinsparung und Kraft-Wärme-Kopplung) ersetzt werden kann. Der Zuwachs der erneuerbaren Energien von 2000 bis heute ist größer als die Stromproduktion der ersten acht stillzulegenden Reaktoren. Die Nutzung heute käuflicher Energiesparprodukte könnte die Erzeugung von weiteren fünf AKW ausgleichen.

Auch das Argument des billigen Atomstroms von Herrn Umbach greift nicht. Denn es spricht für sich, dass heute – 50 Jahre nach Markteinführung – die US-Regierung immer noch erhebliche Subventionen versprechen muss, um private Unternehmen zum Neubau von AKW zu animieren. Auch bei den übrigen Neubauprojekten weltweit spielt staatliche Unterstützung – oft aus Interesse an Atomwaffen – die entscheidende Rolle.

Beim Thema Endlagerung muss sich Herr Umbach von der für die Endlagerung radioaktiver Abfälle zuständigen Bundesbehörde vorhalten lassen: Die Endlagerstätten sind mitnichten „sorgfältig untersucht“. Weltweit gibt es kein Endlager für hochradioaktiven Abfall. Von einer Eignungsaussage für den Standort Gorleben sind wir in Deutschland zehn bis 15 Jahre entfernt. Lediglich für schwach- und mittelradioaktiven Abfall besteht für Schacht Konrad eine rechtskräftige Genehmigung.

Joachim Gross, Pressesprecher des

Bundesamtes für Strahlenschutz, Berlin

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