Leserbriefe : Miteinander reden II

„Gazeteler-Rückblick – Arzt schickt türkische Patientin weg“ von Suzan Gülfirat vom 17. September

Der Artikel, der über das Sprachproblem älterer Türken berichtet, veranlasst mich, Ihnen zu schreiben. Vorausschicken möchte ich aber, dass ich absolut nicht ausländerfeindlich bin, im Gegenteil! Ich finde es ungeheuerlich, dass hier von „schlimmer Diskriminierung“ beziehungsweise „Rassismus“ die Rede ist! Wie soll denn der (deutsche) Arzt mit der Patientin kommunizieren, um durch gezielte Fragen in Erfahrung zu bringen, was der Frau fehlt? Warum begleitet die Tochter ihre alte, der deutschen Sprache nicht mächtigen Mutter nicht in die Arztpraxis, um zu dolmetschen? Ich kann das Verhalten des Arztes voll und ganz nachvollziehen. Die Problematik hat ja eigentlich einen ganz anderen Hintergrund, mit dem ich selbst immer wieder konfrontiert werde. In Berlin und sicherlich in ganz Deutschland leben seit 20, 30 oder 40 Jahren Ausländer, speziell Frauen, die niemals auch nur auf die Idee gekommen sind, die deutsche Sprache zu erlernen. Sie bewegen sich in ihrem Kiez und sprechen nur untereinander in ihrer Heimatsprache, eigentlich kennen sie von Berlin so gut wie gar nichts.

Ich weiß von Fällen, wo den Frauen kostenlose Deutschkurse angeboten wurden, diese sich aber von „ihren“ Ärzten Gefälligkeitsatteste mit Krankheiten ausstellen lassen, die es ihnen unmöglich machen, an den Deutschkursen teilnehmen zu können.

Ursula Uhlir, Berlin-Charlottenburg

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