Leserbriefe : Mohammed war auch ein Politiker mit Vorbildfunktion

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„Rat für liberale Muslime“

vom 3. Februar 2006

Allah Caritas Est? Danke für diesen wunderbaren Beitrag, obwohl man angesichts der aufgeheizten Stimmung fast schon um die Gesundheit derlei mutiger Menschen fürchten muss. Den Ärger der Muslime kann ich nachvollziehen, die Reaktion keinesfalls. Als gläubiger Christ habe ich mich auch schon über manch unsägliche Verunglimpfung geärgert – aber dabei sollte es dann auch bleiben. Gibt es oder gab es in arabischen Gazetten niemals irgendwelche Anzüglichkeiten hinsichtlich anderer Religionen? Was sich nunmehr angesichts der an sich witzigen Karikatur – angeblich sollen muslimische Attentäter ja genau mit dieser „Jungfrauen-Verheißung“ geködert werden – auftut, macht mich fassungslos. Jedem, der ein Verbot des Islam missachtet, wird Mord und Totschlag angedroht. Es ist höchste Zeit, dass sich die Muslime aus ihrer mittelalterlichen Vorstellung lösen, dass alle nichtmuslimischen Menschen weniger wert wären als sie selbst!

Henry Eichler, Berlin-Zehlendorf

„Mit Nachdruck“ vom 2. Februar 2006

Es ist ein fundamentales Missverständnis, anzunehmen, dass sich unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, die wir mit allen Völkern der EU teilen, bis zur Unkenntlichkeit verbiegen ließe, um aus falsch verstandener Toleranz Rücksichtnahme gegenüber einer auch noch so verqueren Gesinnung üben zu müssen. Gerade die Meinungsfreiheit als direkte Ableitung aus der Achtung der Menschenwürde ist der zentrale Angelpunkt einer demokratischen Gesellschaft. Für uns in den westlichen Demokratien ist dieses Menschenrecht so zur Selbstverständlichkeit geworden, dass der Umgang mit ihm bisweilen einer gewissen Beliebigkeit unterworfen ist. Dann wird gern vergessen, dass es früheren Generationen viel Kraft, Geduld, Schmerz und Blut – und nicht zu selten auch das Leben – gekostet hat, eine Werteordnung, zu der eben auch die Meinungsfreiheit gehört, in Europa zu etablieren.

Marco Ziegler, Berlin-Lichterfelde

Christian Morgenstern nannte Humor die äußerste Freiheit des Geistes! Der Islam ist nicht nur gemessen an seiner Humorlosigkeit das genaue Gegenteil der Freiheit des Geistes. Es gibt außer dem Koran keinen anderen Fundierungstext einer Religion, der zur Bekämpfung und Vernichtung der Andersdenkenden aufruft, bis die eigene Ideologie globale Herrschaft erlangt hat (Sure 2,193).

Mohammed selbst war aber nicht nur Prophet, sondern auch ein Politiker mit Vorbildfunktion bis heute. Von Mohammed wurde die Judenvernichtung in Medina 627 persönlich angeordnet, mit ihm begann die gewalttätige, imperialistische Expansion. Doch in den Anfangsjahren, als Mohammed noch in Mekka lebend mit der Verkündung des Islams begann, wurde er zunächst nicht ernst genommen. In der vorislamischen Gesellschaft waren Spottgedichte ein wesentlicher Bestandteil des literarischen Kunstschaffens. So wurde Mohammed auch zur Zielscheibe zeitgenössischer Poeten, die ihn in ihren Gedichten „karikierten“.

Das Leben und Handeln Mohammeds legitimiert für Muslime im Extremfall die Tötung von Kritikern und Spöttern. Wir sollten die Gefahr, die uns durch diese totalitäre und antihumanistische Ideologie droht, endlich ernst nehmen und unsere christlich-abendländische Begriffsbrille abnehmen, die uns reflexartig beim Stichwort „Gott“ oder „Religion“ an Begriffe wie Liebe, Toleranz oder das Gute denken lässt.

Ralph Bohn, Berlin-Kreuzberg

Ich würde es begrüßen, wenn alle Zeitungen in Deutschland die Karikaturen von Mohammed drucken würden. Es ist unglaublich, dass wir unsere Pressefreiheit beschneiden lassen sollen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Zeitungen und ganze Länder in diesem Maße unter Druck gesetzt werden. Wir dürfen die dänischen Zeitungen in ihrem Kampf um die Pressefreiheit nicht allein lassen, denn was dort passiert hat auch Auswirkungen auf uns.

Lisa Ahlers, Westerstede

Ich habe in den Neunzigern mit Millionen anderen gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert, weil es wichtig war. Jetzt ist es genau so wichtig für die Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und die Freiheit schlechthin zu demonstrieren.

Frank Möller, Berlin-Prenzlauer Berg

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