Leserbriefe : Moral oder nicht Moral

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„Fusion perfekt: Bayer kauft Mercks Schering-Aktien“ vom 15. Juni 2006

Mit solch einen Übernahmekampf war doch eigentlich zu rechnen, oder? Schließlich sind alle großen Firmen börsennotiert. Alle? Nicht alle, zum Beispiel in einer kleinen Stadt am Rande des Odenwaldes laufen die Geschäfte noch familiär. Für viele galt ein Familienunternehmen als letzter sicherer Hafen. So war es für die Merck KGaA wichtig „den Pioniergeist der Gründer aufrechtzuerhalten als einen festen Bestandteil der einzigartigen und erfolgreichen Tradition des Unternehmens“ – eine gesunde Moral für ein Familienunternehmen. Doch was ist jetzt? Die Schering-Mitarbeiter kämpften schon nach dem Angebot der Bayer AG mit dem Gedanken des Mitarbeiterabbaus. Und als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, wirft gerade das Familienunternehmen Merck kurzfristig seine Moral über Bord und trägt kräftig zum weiteren Mitarbeiterabbau in Deutschland bei, nur, um abseits der Tradition des Unternehmens, noch kräftig seine Bilanzen aufzufrischen.

Bernd Kontenak,

Berlin-Waidmannslust

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