Leserbriefe : Moralinstanz Kirche

„Aids und der Papst: Achtung, Lebens-

gefahr“ von Ingrid Müller

vom 19. März 2009

Wahrlich, der alte Mann kann einem leid tun: Einerseits hat ihm seine Biografie verwehrt, irgendwelche Weltkenntnis zu erlangen, andererseits muss er aufgrund seiner Rolle als Oberhaupt der Römischen Kirche geradezu zwangsläufig glauben, Gottes Weisheit spräche aus ihm, wenn er sich zu brennenden Themen der Zeit äußert. Verwundert und verwirrt muss er ein ums andere Mal erleben, dass ihm fast die ganze Welt vehement widerspricht.

Dr. Peter Krahé, Berlin-Zehlendorf

Die Äußerung von Benedikt XVI. in Kamerun ist unglaublich und unverantwortlich. Es kann nicht angehen, dass der Pontifex auf der einen Seite das Gebot des Schutzes des menschlichen Lebens verkündet, auf der anderen Seite aber alles daransetzt, die Doktrin über das Verbot von Präservativen aufrechtzuerhalten, um das Elend in den ärmsten Teilen der Welt massenweise zu vermehren. Die Moralinstanz Kirche hat damit ihre Glaubwürdigkeit in jeder Hinsicht verloren. Der Kreuzzug des Vatikans gegen die Modernität ist unübersehbar!

Während seines bisherigen Pontifikats hat der Oberhirte keine Gelegenheit ausgelassen, überall ins Fettnäpfchen zu treten. Er sollte endlich seinen Hut nehmen!

Volkmar Marschall,

Frankfurt am Main

Die Lehrmeinung der katholischen Kirche zu Fragen der Sexualmoral ist jedem seriös Argumentierendem bekannt. Der Papst, als oberste Autorität dieser Kirche, postuliert sie öffentlich. Niemand muss sich dieser Meinung anschließen. Doch von der Kirche zu erwarten, ihre Sichtweise dem Zeitgeschmack oder einem veränderten Verhalten der Menschheit anzupassen, ist zu viel verlangt.

Auch wenn selbst unter katholischen Menschen nur ein kleiner Teil in der Lage ist, den von der Kirche erwarteten Umgang mit der Sexualität ein Leben lang durchzuhalten, muss sie doch ihre Sichtweise als Ideal hochhalten und dafür werben. Dem Papst und der Kirche deswegen Zynismus und Menschenfeindlichkeit vorzuwerfen, ist unzutreffend. Ihr einziges Anliegen ist, für Außenstehende sicher schwer erkennbar, den ihnen gestellten Auftrag zu erfüllen zum Wohl der Menschen.

Karl-Hans Gehr,

Berlin-Wilmersdorf

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