Leserbriefe : Nachdenken und dann erst entscheiden

„SPD-Spitze für Gabriel als Parteichef“

vom 6. Oktober

Nichts gegen Gabriel, Steinmeier und andere, aber ist es wirklich notwendig, dass man nicht einmal eine Woche nach einer historischen Wahlniederlage schon wieder ein komplettes Führungsteam parat hat? Das Wahldesaster gibt doch Anlass genug, in aller Ruhe erst einmal nachzudenken, zuzuhören wie die Basis denkt, zu lesen, was alles über Wahlergebnis und Ursachen geschrieben wird und erst danach über Änderungen bei Inhalten und Personen zu entscheiden.

Dass möglicherweise Gabriel der richtige Parteivorsitzende ist, mag sein. Aber das muss nicht in Rekordtempo von oben festgezurrt werden; sondern wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte, muss diese schwerwiegende Entscheidung das Ergebnis eines Diskussionsprozesses sein, der alle Ebenen der SPD einbezieht.

Wann merken die Parteioberen, dass gerade ihre einsamen Entscheidungen der Partei nicht bekommen sind, dass man eben nicht auch Erfolg hat, wenn man vielleicht das Richtige tut, aber die Mitglieder und damit auch mittelbar die Sympathisanten der SPD nicht in die Meinungsbildung einbezieht?

Christoph Weiser, Berlin-Zehlendorf

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