Leserbriefe : Nationales Denken

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Betrifft: USA der einzige Machtpol?

Mit seinen Äußerungen entlarvt sich Tony Blair als in nationalem Denken verhaftet. Fraglos braucht eine globalisierte Welt einen Machtpol. Diesen einer Nation – den USA – zuzuordnen, wiederspricht jedoch der Natur gesunder und daher dauerhaft funktionierender menschlicher Gesellschaftsordnungen. Die von Blair vorgeschlagene Ordnung muss auf Dauer zerbrechen, da es ihr an Bindekräften mangelt. Eine Nation als Träger des Machtpols kann – und dies liegt in der Natur der Sache – auf Dauer den Verdacht nicht zerstreuen, nationalistisch zu handeln. Eine Nation handelt nationalistisch, wenn sie Belangen den Vorzug gibt, welche internationalen Belangen widersprechen.

In einer globalisierten Welt ist ein Machtpol daher denknotwendig bei einer supranationalen Organisation – wie den UN – anzusiedeln. Ist dies auf Grund mangelnden Verständnisses der Beteiligten nicht durchzusetzen, bleibt als Interimslösung allein die Bildung mehrerer Machtpole. Bernhard Sillich, Frankfurt/M.

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