Leserbriefe : Nationalfeiertag ist nicht zu verkaufen

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„RotGrün stoppt Kanzler: Feiertag bleibt“ vom 6. November 2004

Unerreichbar in den Gefühlen der Menschen bleibt der 9.11.1989 als der deutsche Einheitstag in der Erinnerung der Menschen. Das ist wahrlich der deutsche Nationalfeiertag. Nicht der von Politikern ausgerufene 3. Oktober.

Oder wie sonst kann man sich erklären, dass der Einheitstag von Politikern wegrationalisiert werden soll? Auf diese Idee wären sie bei einem Feiertag am 9.11. nicht gekommen. Wie sehr diverse Politiker ihren selbst gemachten 3. Oktober als Feiertag schätzen, zeigen die letzten Tage. Für 0,1 Prozent Haushaltszuwachs soll der Tag des Gedenkens käuflich und verwertbar sein.

Diese bigotte politische Hierarchie zeigt sich krass entwurzelt vom Volk und vom gesunden Menschenverstand.

Diese Politiker haben keine Ehre, keinen Stolz und kein Geschichtsbewusstsein im Leib. Und schon gar nicht ein Mitempfinden für all die menschlichen Schicksale, die sich bis zu jenem 9. Novembertag ereignet haben. Hier wird ein Geschehnis, eine Entwicklung aus dem Volk heraus, die im 9.11.89 gipfelte und zum 3. Oktober hinführte, herabgewürdigt und abgekanzelt.

Selber war ich Mitte der 80er für eine kleine sektiererische Gruppe unterwegs, die sich „Ein menschliches Deutschland“ nannte. Wir, das waren einhundert Leute, hatten freiheitliche Ziele, wir wollten die Mauer weg haben und waren gegen diese inhumane Regierung im Osten – ohne dabei rechtslastig zu sein. Ganz idealistisch veranstalteten wir kleine Demos im Westen, schmuggelten Flugblätter von West- nach Ostberlin und riskierten dabei unsere Freiheit.

Meine lieben SPDler: Ihr tretet die Werte des Gedenkens. Wie kann man so versumpft in Haushaltszahlen sein?

Rudolf Pokorra, Freiburg

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