Leserbriefe : Nicht beschwichtigen, Werte verteidigen

„Meine Schwestern und ich / Warum es ein Kompliment sein kann, als ,Hassprediger‘ bezeichnet zu werden“

von Henryk M. Broder vom 25. Januar

Henryk Broder ist sehr zu danken, dass er einige deutsche Feuilletonisten, die Kritiker eines gewalttätigen und intoleranten Islam in grotesker Verdrehung als „Hassprediger“ bezeichnen, humorvoll und unnachsichtig anprangert und nach Erklärungen für deren Prinzipienschwäche bei der Verteidigung der republikanischen Freiheiten sucht. Selbst wenn man Broder nicht folgen mag, wenn er eine Affinität dieser Feuilletonisten zu autoritären und totalitären Systemen unterstellt, muss deren Werterelativismus und Geistesverwirrung doch sehr verwundern und beunruhigen.

Denn wäre es nicht eher die vornehmste Aufgabe dieser intellektuellen Vordenker, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Glaubens- und Gewissenfreiheit gegen jedermann zu verteidigen, Werte, die auch die freie Ausübung ihrer journalistischen Tätigkeit garantieren? Und fing es nicht schon einmal so an, dass im Meinungskampf der Weimarer Republik die großen Beschwchtiger in der Presse und anderswo mit Arigumenten, wie „Es wird schon nicht so schlimm kommen“, „Man sollte die Nazis nicht unnötig reizen“, „Das ist nur Verbalradikalismus und wird sich auswachsen“ usw. dem Verlust der Freiheit Vorschub leisteten?

Klaus Pfeiffer, Berlin-Staaken

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