Leserbriefe : Nun kommen die Kleingeister

„Regierung: Dieses Schloss ist zu teuer / Bauminister fordert überarbeitete Pläne / Kostenrahmen von 552 Millionen

soll nicht gesprengt werden“

von Sabine Beikler und Matthias Oloew vom 17. Dezember

Es gilt, eine große Aufgabe zu meistern. Das Stadtschloss ist eine solche, ja, eine nationale, und nicht wenige sind es, die aus vielen Gründen dafür kämpfen. Lange genug hat es ja bisher schon gedauert, bis man sich für den Wiederaufbau durchgerungen hat.

Nun kommen wieder die Mäkler, diesmal in Gestalt der Regierung und des Haushaltsausschusses, um Abstriche zu machen. Welche Kleingeister, auf welchem Niveau agieren sie nur? Alles wird teurer, warum stellt man sich gerade hier so an, wenn zum Beispiel die Hamburger Elbphilharmonie ein erkleckliches Sümmchen mehr bekommt, wenn in der Finanzkrise Milliarden herausgeschleudert werden? Man könnte noch mehr aufführen.

Man sollte doch wenigstens einen Bau hingestellt bekommen, der auch nach Schloss aussieht, was nicht nur die (bereits beschlossene) Außenfassade und eine originale Kuppel beinhaltet, sondern auch den Schlüterhof und warum nicht auch einen Eosanderhof und einige Innenräume (die ja auch später erst fertiggestellt werden können). Wenig genug ist das ja schon, wenn auch Herr Stella sich nicht zu mehr hat durchringen können, von den anderen Architektenentwürfen ganz abgesehen.

Wir gehen heute unverantwortlich mit dem architektonischen Erbe um und machen es zum beliebigen Spielball. Daran sind nicht zuletzt die Architekten schuld. Warum eben nicht das alte Schloss, wie es andere Völker uns vorgemacht haben? Auf diesen Platz gehört nun einmal nichts anderes. Und wenn es mehr kosten sollte, dann verweise ich auf meine obigen Ausführungen. Wenn man will, dann kann man auch. Man muss nur wollen und in einem seltsamen „Verantwortungsgefühl“ an der falschen Stelle sparen.

Knut Ismer, Braunschweig

Vielleicht sollte die Bundesregierung erwägen, den Schlossbau in ihr Programm zur Sicherung von Arbeitsplätzen aufzunehmen. Die doppelte Bausumme verbunden mit der Auflage, die Bauarbeiten nach dem Stand der Technik von 1750 (jedenfalls so weit wie möglich) auszuführen.

Das gäbe Arbeitsplätze reichlich. Und für Berlin ein Projekt mit Aufsehen.

Joachim Ohmann, Birkenwerder

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