Leserbriefe : Ohne Grenzen

„Tag der Einheit / Eine Frage der Zeit“

von Gerd Nowakowski vom 2./3. Oktober

Auch wenn ich die großen Probleme (Arbeitslosigkeit, politischer Extremismus …) und Herausforderungen nicht leugnen möchte, sollten meiner Meinung nach die großen Erfolge beim Aufbau einer lebendigen, demokratischen Zivilgesellschaft in Europa und der Bundesrepublik Deutschland nicht vergessen werden. Wer hätte 1945 an eine solche friedliche, demokratische Entwicklung in Europa wirklich geglaubt.

Das Fundament ist da. Nun sind wir und unser tägliches Handeln, unsere Zivilcourage für eine lebendige, demokratische Zivilgesellschaft gefragt.

Markus Erich-Delattre, Hamburg

Es wurde nach der Wende behauptet, man strebe gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West an. Wer aber heute genau hinguckt, sieht Sozialabbau ohne Grenzen und somit den Weg in eine Zweiklassengesellschaft. Menschen, die damals in Vollbeschäftigung standen, einen guten Arbeitsplatz hatten, finden sich heute arbeitslos, in Ein-Euro-Jobs oder in Leiharbeit wieder. Selbst im Industrieboom der letzten Jahre hat Ostdeutschland nicht aufholen können.

Dirk Bekemeier, Bad Oeynhausen

Und wieder der Feiertag der Gesamtdeutschen.Nächstes Jahr hat der Westen der Bundesrepublik zwanzig Jahre in den Osten gezahlt. Wäre es von denen da nicht etwas gerecht und würde sogar Dankbarkeit ausdrücken, wenn die Ossis nicht immer so tun, als wäre die DDR der Himmel auf Erden gewesen? Jeder Trottel hat eingesehen, dass das System der DDR nie funktioniert hat.

Rüdiger Schloesser, Ertter-Wengern

„Wir sind ein Volk“ hieß es damals zur Wende und alle - im Westen wie im Osten – haben auch so gefühlt. Heute, nach 18 Jahren deutscher Einheit, sieht es leider anders aus. Man sieht und hört es allenthalben, dass die Mauer noch vorhanden ist – in den Köpfen. Ossis schimpfen über Wessis und umgekehrt. Die Unterschiede in der Sozialisation sind vorhanden, das lässt sich nicht leugnen und ist auch gut so. Aber wir müssen alle viel mehr daran arbeiten, die Unterschiede zu überwinden, wirklich ein Volk zu werden. Diesbezüglich sind aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Unternehmen gefragt! Ohne Arbeitsplätze geht im Osten nichts.

Horst Schulte, Berlin-Buckow

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